Trojaburg
 
 
06-09-14 23:59 Alter: 3 Jahr/e

Das wahre Schicksal des "Managers der Vergeltung"

Sensationelle Spuren belegen die Evakuierung Hans Kammlers durch US-Geheimdienst


Kaum ein Schicksal einer innerhalb des Dritten Reiches führenden Person ist mehr von Geheimnissen umwittert, als jenes des leitenden SS-Offizieres der Sonderwaffenforschung: Hans Kammler. Angefangen hatte Kammlers Karriere beim Aufbau der Wehrmacht Anfang der 30er Jahre, bei der er sich erste Sporen verdient. Am Ende des Jahrzehntes hielt er sich im Auftrag der Luftwaffe als Militärberater bei den Sowjets auf. 

Am 1. August 1940 wechselte der Bauregierungsrat Kammler vom Reichsluftfahrtministerium in das Wirtschafts- und Verwaltungsamt der SS, wo er am Aufbau des KL Auschwitz beteiligt war. In den darauf folgenden Jahren erhielt er den Oberbefehl über die SS-Baudivision und stieg bald zum Verwalter des SS-Wirtschaftsimperiums auf, das über mehrere Millionen Zwangsarbeiter aus den Konzentrationslagern verfügte.

1944 unterstand ihm der Einsatz der V1 und V2 Waffen gleichzeitig der Ausbau der unterirdischen Produktionsstätten in Nordhausen (Dora-Mittelbau) und im Jonastal (Sonderbauvorhaben S-III) sowie die Entwicklung aller neuen Waffensysteme. Am 27. März 1945 schließlich übertrug Hitler dem als äußerst akribisch und durchsetzungsfähig geltenden SS-Bürokraten unbeschränkte Vollmachten für das Strahljäger-Notprogramm.

Hans Kammler wurde damit zu einem der einflußreichsten Männer des 3. Reiches, gar zum „mächtigsten Mann Deutschlands außerhalb des Kabinetts“, der sogar befugt war, „jedermann ohne Rücksicht auf Rang und Stellung zu verhaften, der der Durchführung seiner Befehle im Wege stand“, wie Autor Tom Agoston bemerkte.

Albert Speer, der zugunsten von Kammlers Aufstieg an Macht einbüßte, schrieb über seinen Rivalen:

„Gerüchteweise sollte Kammler als Himmlers Nachfolger aufgebaut werden. Ich lernte Kammler als hervorragenden, jedoch eiskalt berechnenden und rücksichtslos intrigierenden Fachmann kennen, der von seiner Aufgabe besessen und fanatisch in der Durchführung seiner Ziele war.“

Während Kammler am 3. April 1945 das letzte Mal bei Hitler war und Grund zur Zuversicht lieferte - Goebbels notierte am nächsten Tag in sein Tagebuch: „Kammler macht sich ausgezeichnet, und man setzt auf ihn große Hoffnungen.“ – schreibt Speer, dass der SS-Mann ihm am 13 April offenbarte, dass der Krieg verloren sei und es besser wäre sich abzusetzen. Er wolle sich mit den   Amerikanern in Verbindung setzen und ihnen neueste Rüstungstechnologie im Tausch gegen seine persönliche Freiheit anbieten.

Lange Zeit glaubte man, daß es dazu nicht mehr kam. Nicht weniger als sechs unterschiedliche Versionen kursierten kurz nach dem Krieg über seinen Tod - von Selbstmord, über Erschießung auf Verlangen bis hin zum Tod im heldenhaften Kampf gegen die Sowjets.

1949 wurde Kammler auf Betreiben seiner Frau offiziell für Tod erklärt - vom Berliner Amtsgericht, daß den Angaben von Kammlers Fahrer, SS-Oberscharführer Kurt Preuk, Vertrauen schenkte, wonach Kammler sich am 9. Mai in der Nähe von Prag selbst erschossen habe.

Angesichts dieser Begleitumstände des vorgeblichen Ablebens Kammlers kursierten lange Zeit verschiedenste  Spekulationen, dass er seinen Tod nur vorgetäuscht habe, um entweder zu den Russen oder Amerikanern überzulaufen; oder gar mit einigen anderen Nationalsozailisten nach Argentinien geflohen sei.  Dazu paßten auch Kammlers Ankündigungen der Fortsetzung des Krieges bis zum Ende, etwa gegenüber dem SS-Kriegberichter Gunter d´Alquen dem er prophezeite, „dass wir in Prag noch etwas erleben werden.“

Tatsächlich war es vor allem kaum glaubhaft, daß die Alliierten Kammler bei Kriegsende zwar auf Verhaftungslisten führten, aber nie einen öffentlichen Fahndungsaufruf starteten. Üblich wäre es zumindest gewesen, Kammler in Abwesenheit zu verurteilen – so wurde es etwa mit SS-Mann Klaus Barbie oder in Nürnberg mit Hitler-Stellvertreter Martin Bormann gemacht.

Doch ausgerechnet einer der ranghöchsten SS-Männer, der zudem noch direkt am Bau des Konzentrationslagers in Auschwitz beteiligt war, soll in der Prozeßflut nach dem Krieg übersehen worden sein?

Kaum vorstellbar für jene, die sich eingehender mit dem Fall Kammler befassten. Vor allem als 2002 eine Aussage des ehemaligen Berliner Büroleiters Kammlers, Heinz Schürmann, bekannt wurde: Diesem zufolge verabschiedete sich sein Vorgesetzter am 4. Mai von ihm mit den Worten: „Wenn es heißt, Hans sei tot, ist Hänschen noch lange nicht tot.“

 

Was lange Zeit als Verschwörungstheorie galt und für die historische Forschung unter Selbstmord abgehakt schien, erfuhr dann im Frühjahr  2014 neue Brisanz. Zwei Forscher, die sich seit längerer Zeit auf den Spuren des mächtigen SS-Generals befanden – Kristian Knaack („Die Kammler-Akte“) und Hans Sulzer (Dokumentarfilmer) haben neue Fakten zutage gefördert, die eine kleine geschichtswissenschaftliche Sensation darstellen: Hans Kammler befand sich nach dem 9. Mai 1945 – seinem offiziellen Todesdatum – in US-Amerikanischer Gefangenschaft; und zwar in der Obhut des Geheimdienstes CIC, der Kammler verhörte. Bereits 1949 hatte US-Spezialermittler Oskar Packe einen geheimen Bericht über Kammler verfasst, in dem vermerkt worden war, daß Kammler mit seinem Stab am 9. Mai in Oberammergau in amerikanische Gefangenschaft geriet, aus der er aber Richtung Österreich bzw. Italien entkommen wäre.

Eine seltsame Geschichte – abgesehen von der kaum vorstellbaren Flucht eines gesuchten Kriegsverbrechers aus der Gefangenschaft, erscheint vor allem die Kenntnis über die Fluchtrichtung merkwürdig.

Widerlegt wird diese Geschichte schließlich durch den Filmemacher Andreas Sulzer, der im Februar 2014 auf John Richardson stieß, den Sohn eines hochrangigen Spezialagenten des Office of Strategic Services. Dessen Vater, Donald W. Richardson soll nach Aussagen seines Sohnes Kammler 1947 in die USA gebracht haben. Dort wurde der Geheimnisträger den Angaben Richardsons zufolge an einem geheimen Ort bis Ende des Jahres unter unkomfortablen Umständen ausführlich verhört bis er sich schließlich in seiner Arrestzelle erhängt habe.   

Flash ist Pflicht!

Historiker Rainer Karlsch, der zuletzt aufgrund seiner positiven Veröffentlichung zur Existenz einer deutschen Atombombe während des Krieges in die Kritik geraten war, widmet den neuen Enthüllungen einen Beitrag in der „Zeitschrift für Geschichtswissenschaft“ (6/2014), und auch Guido Knopp hat innerhalb der ZDF-Dokumentarreihe „Geheimnisse der Geschichte“ die Wendung im Fall Kammler bereits thematisiert. Unklar verbleibt aber, was Kammler den  US-Amerikanern anvertraut hat und unter welchen Umständen er tatsächlich verstarb.    

Insbesondere das unter Kammlers Leitung stehende SS-Geheimprojekt "Die Glocke", das in den letzten Jahren von verschiedenen Forschern thematisiert wurde, könnte eine besondere Bedeutung für die US-Ermittler gespielt haben. Dieses soll nämlich in Zusammenhang mit einem Antigravitationsantrieb gestanden haben, der möglicherweise für fliegende Scheiben Verwendung finden sollte. Flugscheiben, an denen auch die USA nachweislich arbeiteten und die für die Welle der UFO-Sichtungen seit Beginn der 50er Jahre verantwortlich sein könnten. Diese Spekulationen deuten an, daß mit den neuen Erkenntnissen über Kammlers Schicksal die "Akte-Kammler" noch nicht geschlossen ist...

[In der im Forsite-Verlag in Kürze erscheinenden Veröffentlichung "Wunderwaffen" erfahren Sie weitere Details über Hans Kammler und die deutschen Wunderwaffen]


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