{"id":101,"date":"2023-09-13T14:53:53","date_gmt":"2023-09-13T14:53:53","guid":{"rendered":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=101"},"modified":"2024-09-07T16:29:29","modified_gmt":"2024-09-07T16:29:29","slug":"das-hakenkreuz-ein-nordisches-symbol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=101","title":{"rendered":"Das Hakenkreuz &#8211; ein nordisches Symbol?"},"content":{"rendered":"<p>Das urspr\u00fcnglich als Swastika bekannte Hakenkreuz stellt eines der \u00e4ltesten Symbole der Menschheit aus der Reihe der Gl\u00fcckssymbole dar. Es verbreitete sich seit der Jungsteinzeit in weite Teile der Welt, und wird noch bis in die heutige Zeit verwendet. Obgleich es in Europa aufgrund der Nutzung im Dritten Reich zwischen 1933 und 1945 in den meisten Staaten verboten ist, erfreut es sich vor allem in den buddhistischen Hochburgen Ostasiens nach wie gro\u00dfer Beliebtheit. In Japan entwickelt es sich derzeit inspiriert von der Manga-Kultur in der Bedeutung \u201eabsolut\u201c sogar zu einem beliebten Symbol der Jugendsprache.<br \/>\nEng verwandt mit dem vierschenkligen Hakenkreuz sind runde Formen und diverse dreischenklige Symbole.<\/p>\n<p>Die fr\u00fchesten Hakenkreuze treten nicht im Norden Europas auf, sondern im S\u00fcdosten Europas: In einem Streifen, der vom heutigen Ungarn \u00fcber Rum\u00e4nien bis nach Serbien reicht \u2013 oder noch weiter \u00f6stlich, wenn man das Symbol aus der heutigen Ukraine als Hakenkreuz anerkennt. Es erscheint auf den ersten Blick nicht sehr wahrscheinlich, da\u00df das Hakenkreuz fast 10.000 Jahre vor seinem ersten geh\u00e4uften Erscheinen in der heutigen Ukraine erstmals verwendet wurde. Allerdings liegt der Bezug zu einem Vogel durchaus auf der Linie der sinnvollsten Herleitung des Symbols von der Sonne. Verschiedene V\u00f6gel gelten als Symbol der Sonne, darunter der Adler, dessen Name \u201eAr\u201c dem altnordischen Wort f\u00fcr Sonnenlicht, Ar, entspricht. Die \u201elichten Sonnens\u00f6hne\u201c, die Arier, f\u00fchrten den Adler als Adelswappen in verschiedene Regionen des Mittelmeerraumes ein, wo er sich lange Zeit als Symbol der Adelsschicht erhielt und noch heute diverse Staatswappen schm\u00fcckt, zugleich trugen sie auch das Hakenkreuzsymbol mit sich. Daneben galt der Adler aber auch als \u201eFeuertr\u00e4ger\u201c, synonym mit dem Symbol des Blitzes, der einst das Feuer auf die Erde brachte.<br \/>\nNeben dem Adler ist auch der Schwan, der Begleiter des Sonnengottes Apollon, ein Sonnensymbol. Als Symboltier des Sonnenbefreiers gelangte er mit den Nordmeerv\u00f6lkern aus dem Norden in den Mittelmeerraum, wo der Sonnenbefreier als Gottessohn Apollon Verehrung fand. Der Schwan ist dabei das klassische Polartier, das auf eine hypothetische Heimat der Nordleute in einem subarktischen Gebiet deutet. Verbunden mit der Vorstellung des Vogels als Sonnensymbol ist der Gedanke des Vogels als \u201eSeelentr\u00e4ger\u201c. Schon in jungpal\u00e4olither Zeit erscheint der Seelenvogel, der die Seele eines Toten aufnimmt. In megalithischer Zeit, in der zu Beginn der Leichnam auf dem Grab aufgebahrt wurde, wurden V\u00f6gel als Seelenboten betrachtet. Auf den Strahlen der Sonne reitend bringen sie die Seele fort und kehren mit ihr zur\u00fcck zum Neugeborenen. Hier liegt auch die Geburt des Gedankens des Storches als Kinderbringer.  <\/p>\n<p>Unzweifelhaft ist das Hakenkreuz auch an seinem fr\u00fchen Schwerpunkt im Gebiet des Donaul\u00e4ndischen Kreises (Vinca-Kultur), die als eine der fr\u00fchesten fortschrittlichen Zivilisationen in Europa gilt, mit der Sonne verbunden. Ihr Lauf bedeutete winterliches Erl\u00f6schen als auch fr\u00fchlingshaftes Wiedergeborenwerden der Natur mit ihren Begleiterscheinungen. Dinge, die nur im \u00e4u\u00dfersten Norden wahrgenommen und kultisch verarbeitet werden konnten, n\u00e4mlich in Form des Sonnenkultes und seines Symbols, des Hakenkreuzes. Dieses verk\u00f6rpert, so Herman Wirth, \u201edie gro\u00dfe Heilsgewi\u00dfheit von der g\u00f6ttlichen Weltordnung, der Ewigkeit des Seins, der Erneuerung des Lebens, das vom Lichte Gottes ist. Es dr\u00fcckt das aus, was die arischen Inder das rta (lateinisch ritus, unser Wort Art usw.) nannten, die Drehung, den Umlauf, die kosmische Weltordnung, das Weltgesetz, die Gesittung, das g\u00f6ttliche Recht. Wer in diesen g\u00f6ttlichen Gesetzen alles Daseins steht, der hat die Erneuerung des Lebens Gottes in der Kette des Daseins, seiner Sippe, welche von Gott kommt.\u201c<\/p>\n<p>Warum aber wird das Hakenkreuz in einigen Kulturen dennoch mit dem Feuer bzw. dem Feuerquirl verbunden, etwa bei nordamerikanischen Indianern, wo es als \u201ewirbelndes Rundholz\u201c firmiert?<br \/>\nDahinter steht der Gedanke, da\u00df das Feuer ein Bestandteil, oder besser ein Kind der Sonne sei, das Feuer ist die irdische Verk\u00f6rperung des Sonnenlichtes. Zu jeder Sonnenwendfeier wurde das \u201eheilige\u201c Feuer rituell neu entz\u00fcndet. An diesem Zeitpunkt gehen Sonnen- und Feuerverehrung ineinander \u00fcber und beeinflussen so auch das Symbol des Hakenkreuzes. Die Wurzeln dieser Vorstellungen, des Sonnen- und Feuerkultes liegen unzweifelhaft im hohen Norden, dort wo die Sonne im Winter verschwindet, bevor sie im Fr\u00fchjahr neu erscheint.<\/p>\n<p>Stammt also die Zeichensymbolik des Hakenkreuzes damit auch aus dem Norden? Es existieren zumindest Hinweise, da\u00df die Vinca-Kultur aus einer \u00dcberschichtung se\u00dfhafter Bauern durch mobile J\u00e4gergruppen aus dem Norden entstanden ist. Das Hakenkreuz taucht jedenfalls erst nach der Nordbewegung der Bandkeramiker um 5500 v. Zw. auf, und k\u00f6nnte daher auch aus dem Norden stammen. Auch f\u00fcr eine fr\u00fchere Periode um 10.500 v. Zw. gibt es Hinweise auf Wanderungsbewegungen von Nordeuropa nach S\u00fcdosteuropa, die einen Kulturtransfer m\u00f6glich gemacht h\u00e4tten.<br \/>\nAuch wenn die Quellenlage f\u00fcr die Annahme eines nordischen Ursprungs des Hakenkreuzes d\u00fcnn ist, l\u00e4\u00dft sich anhand seiner Entstehungsgeschichte das Hakenkreuz unzweifelhaft als \u201enordisches Symbol\u201c konstatieren. Bereits die Namensstammform ist indogermanisch und setzt sich aus den Silben \u201ethu\u201c und \u201eask\u201c zusammen \u2014 es ist also gleichen Ursprunges und glei\u00adcher Deutung wie der Gottesname Tuisko. In seinen verschiedenen Formen taucht es in der Jungsteinzeit \u00fcberall dort auf, wo sich der Mensch aus dem Norden niederl\u00e4\u00dft. In Troja, Indien, Persien, China, Japan und sogar Nord- und S\u00fcdamerika vereinzelt auch in \u00c4gypten und Mesopotamien lie\u00df sich das Hakenkreuz ausfindig machen.<\/p>\n<p>Doch anders als in Europa, verschwindet das Hakenkreuz in anderen Teilen der Welt, bis es zu einem \u2013 diesmal offensichtlichen \u2013 Nord-S\u00fcdtransfer kommt: Ausgangs der Bronzezeit, gelangt das Hakenkreuz aus dem Norden Europas, wo es in Form bronzezeitlicher Felsritzungen auftritt, \u00fcber die Alpen und das Val Camonica &#8211; erneut &#8211; bis in den Mittelmeerraum. <\/p>\n<p>Auszug aus &#8222;Das Hakenkreuz&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/parzifal-versand.de\/product_info.php?products_id=272\">[zur Bestellung]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das urspr\u00fcnglich als Swastika bekannte Hakenkreuz stellt eines der \u00e4ltesten Symbole der Menschheit aus der Reihe der Gl\u00fcckssymbole dar. 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