{"id":106,"date":"2023-11-24T22:16:44","date_gmt":"2023-11-24T22:16:44","guid":{"rendered":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=106"},"modified":"2023-11-24T22:20:23","modified_gmt":"2023-11-24T22:20:23","slug":"die-bhagavadgita-eine-indoarische-metaphysik-des-kampfes-und-der-tat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=106","title":{"rendered":"Die Bhagavadgita &#8211; Eine indoarische Metaphysik des Kampfes und der Tat"},"content":{"rendered":"<p>Die um 500 v. Chr. niedergeschriebene Bhagavadg\u012bt\u0101 (\u201eder Gesang des Erhabenen\u201c) bietet in Form eines spirituellen Gedichts die Quintessenz der Veden, der heiligen Lehrtexte des Hinduismus. In diesem Zwiegespr\u00e4ch legt Krishna, eine irdischen Erscheinungsform von Vishnu, seinem Sch\u00fcler Arjuna auf dem Schlachtfeld die Grundgedanken \u00fcber das Leben dar. Hierbei zeigt er ihm sein g\u00f6ttliches Wesen und unterweist ihn in Verhaltensregeln zum Erkennen des G\u00f6ttlichen. Der Indologe Hauer stellt diesen wesentlichen Teil des Mahabharata, des indischen Nationalepos, in den Kontext der Geschichte der Arier und stellt die wesentlichen, auch uns Europ\u00e4er betreffenden Grunds\u00e4tze heraus, und verdeutlicht, wie tiefgr\u00fcndig die Arier schon in fr\u00fchesten Zeiten um Einsichten in die Glaubensfragen um Gott, Seele, Wiedergeburt und den Sinn des Lebens rangen.<br \/>\nHauer deutet die Bhagavadg\u012bt\u0101 insbesondere vor dem Kernproblem, n\u00e4mlich dem tragischen Wider\u00adspruch der Pflichten, in den der Held Arjuna hineingestellt ist, dem die Bhagavadg\u012bt\u0101 von dem g\u00f6ttlichen Weisheitsk\u00fcnder Kr\u015fna vor\u00adgetragen worden sein soll. In diesem Widerspruch der Pflichten ent\u00adh\u00fcllt der Weise die durchg\u00e4ngige Tragik des Lebens \u00fcberhaupt und zeigt den Weg zur heldenhaften Bew\u00e4ltigung dieser Tragik. Der geschichtliche Vorwurf der Bhagavadg\u012bt\u0101 ist ein uraltes indogermanisches Motiv: Der Widerstreit in der Pflicht des Kriegers, der f\u00fcr Ehre und Reich k\u00e4mpfen mu\u00df und dabei am eigenen Blute schuldig wird. Dies ist ein echt tragisches Motiv.<br \/>\n\u201eDie Bhagavadg\u012bt\u0101\u201c, so der Indologe, \u201egibt uns nicht nur tiefe, f\u00fcr alle Zeiten und f\u00fcr alles religi\u00f6se Leben g\u00fcltige Einsichten, sondern sie enth\u00e4lt auch im besonderen die klassische Gestaltung einer der be\u00addeutendsten Phasen indogermanischer Glaubensgeschichte, zwar un\u00adtermischt mit anderen Elementen, aber in ihrem Kern doch von einer ausgesprochenen Wesensreinheit&#8230; Trotz alles Seltsamen und Fremden entdecken wir in ihr die Frage und Ant\u00adwort unseres eigenen innersten Wesens. Hier ist Geist von unserem Geiste am Werke gewesen.\u201c<br \/>\nHauers Zusammenfassung des Kerns der Erz\u00e4hlung: Nicht den Sinn des Lebens und des Ge\u00adschehens zu entr\u00e4tseln, sind wir berufen, son\u00addern die von uns geforderte Tat zu entdecken und zu wirken und so t\u00e4tig das R\u00e4tsel des Lebens zu meistern.<\/p>\n<p>Aus der Einleitung von J. W. Hauer:<br \/>\n&#8222;Indien gilt gemeinhin als das Land stiller Betrachtung, weltfl\u00fcchtiger Mystik, tr\u00e4umerischer Passivit\u00e4t. Wer Indien kennt, wei\u00df, da\u00df. dieses Bild einseitig ist. Zwar ist es richtig, da\u00df sich die Indo-Arier schon sehr fr\u00fch mit einer ungew\u00f6hnlichen In-<br \/>\nbrunst nach innen gewandt haben, da\u00df von ihnen wie sonst von keinem Volk der Erde die Abgr\u00fcnde der Seele und des Weltseins bis in ihre Tiefen durchsp\u00fcrt worden sind. Und manch einer von jenen k\u00fchnen Sehern wurde von der Schau der Geheimnisse so dahingerafft, da\u00df er der \u00e4u\u00dferen Welt entsagte, als w\u00e4re sie ein Nichts. Doch vergi\u00dft man dabei fast immer, da\u00df die indo-arischen Mystiker, die sich in die Einsamkeit zur\u00fcckzogen, um sich der stillen Betrachtung letzter Geheimnisse zu widmen, im allgemeinen ein sehr t\u00e4tiges Leben hinter sich hatten. Sie mu\u00dften mindestens einen Hausstand gegr\u00fcndet und einen Sohn gezeugt und herangezogen haben, damit sicher war, da\u00df die Linie fortgesetzt und des Vaters Werk weitergef\u00fchrt w\u00fcrde.<br \/>\nDer Drang nach Beschauung und Weltabkehr ist nur eine Seite indo-arischen Wesens. Ihr in polarer Spannung zugeordnet ist eine unerh\u00f6rte Tatkraft, die in m\u00e4nnertrotzigen Kriegen, im Bau von gro\u00dfen Reichen und Kulturen sich durch Jahrtausende hindurch immer neu auswirkte. Wer je einmal vor dem gewaltigen dreigesichtigen Siva des Felsentempels auf der Insel Elefanta im Meere bei Bombay gestanden ist, der hat etwas empfunden von dem unerh\u00f6rten, erdverbundenen Kraftdr\u00e4ngen der indischen Seele. Das starke nordische Bluterbe der in Indien seit etwa dem 5. Jahrtausend vor Christus einwandernden Arier ist nicht verborgen geblieben.<br \/>\nLange genug ging der Kampf hin und her um die Frage, ob nordisches Blut in den Indo-Ariern pulse. Sie ist schrittweise entschieden worden. Da\u00df die Sprache der Indo-Arier, das Sanskrit, indogermanisch ist, wei\u00df man schon seit mehr als einem Jahrhundert. Die religionsvergleichende Forschung hat gezeigt, da\u00df die \u00e4ltesten religi\u00f6sen \u00dcberlieferungen Altindiens in urindogermanische Zeit weisen. Heute steht es auch fest, da\u00df die rassischen Z\u00fcge der Indo-Arier diese geschichtlich mit jener Rasse verkn\u00fcpfen, die den bestimmenden Einflu\u00df in der indogermanischen Welt gehabt hat, mit der nordischen. Schon der Rgveda ist voll von Hinweisen auf den Unterschied zwischen der \u201ewei\u00dfen und der schwarzen Haut\u201c, der \u201earischen und der dasischen Farbe\u201c, d. h. zwischen den hellh\u00e4utigen Ariern und den dunkelh\u00e4utigen Bewohnern Altindiens, den Draviden und Vordraviden, die von den Ariern vernichtet oder verdr\u00e4ngt wurden und mit denen sie sich sp\u00e4ter vermischten.1 Varna, \u201eFarbe\u201c, wurde dann bald der anerkannte Ausdruck f\u00fcr den Unterschied zwischen den arischen St\u00e4nden, die sp\u00e4ter zu Kasten wurden, und den Dasyus oder D\u0101sas, den unterworfenen Ureinwohnern, von denen sich die Arier, solange sie noch das starke Gef\u00fchl f\u00fcr rassische Verpflichtung hatten, fernhielten. Ja, der Kriegsgott Indra, in der vedischen Zeit der Hauptgott der Arier, hat goldenes Haar und goldenen Bart.2 Nach zahlreichen Berichten von Forschern und Reisenden, die jetzt von G\u00fcnther in dem Buche \u201eDie nordische Rasse bei den Indogermanen Asiens\u201c gesammelt und verwertet sind, finden sich auch heute noch \u00fcberall im Raume der Indo-Arier und ihrer anthropologischen und geographischen Umgebung blonde und blau\u00e4ugige Typen, so da\u00df wir annehmen d\u00fcrfen, die dunkelhaarigen und dunkel\u00e4ugigen \u201eNordindiden\u201c seien teils unter dem Einflu\u00df des Klimas, teils durch die Mischung mit den dunklen vorarischen Bewohnern Altindiens nachgedunkelt.<br \/>\nDie vorbildlichen Forschungen v. Eickstedts, jetzt verwertet in der \u201eRassenkunde und Rassengeschichte der Menschheit\u201c3, zeigen (was mir auf meinen Reisen in Indien auch aufgefallen war), da\u00df auch heute noch vornehmlich in Nord-West-Indien, ja bis hin\u00fcber nach Bengalen und hinunter in die Berge S\u00fcd-Indiens ein dem nordischen nahestehender Menschenschlag zu finden ist, den v. Eickstedt die Nordindiden nennt. Soviel steht jedenfalls heute fest, da\u00df Indo-Arien weithin unter dem Einflu\u00df nordischen Blutes gestanden ist und heute noch steht, wenn auch in starker Mischung mit nichtarischen Rasseelementen.<br \/>\nDurch Blut und Seele eng verbunden, erstreckt sich so Indo- germanien seit einigen Jahrtausenden vor Beginn unserer Zeitrechnung von den Gestaden der Nord- und Ostsee bis durch die gro\u00dfen Ebenen Nordindiens an das Meer des Ostens und des S\u00fcdens&#8230;&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/parzifal-versand.de\/product_info.php?products_id=275\">[Buch bestellen]<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die um 500 v. Chr. niedergeschriebene Bhagavadg\u012bt\u0101 (\u201eder Gesang des Erhabenen\u201c) bietet in Form eines spirituellen Gedichts die Quintessenz der Veden, der heiligen Lehrtexte des Hinduismus. 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