{"id":113,"date":"2024-09-04T10:18:27","date_gmt":"2024-09-04T10:18:27","guid":{"rendered":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=113"},"modified":"2024-09-04T10:41:03","modified_gmt":"2024-09-04T10:41:03","slug":"voelkerwellen-aus-dem-norden-und-ihre-esoterische-bestaetigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=113","title":{"rendered":"V\u00f6lkerwellen aus dem Norden und ihre esoterische Best\u00e4tigung"},"content":{"rendered":"<p>Die Insel Skandinavien war einst der &#8222;Geburtsscho\u00df der V\u00f6lker&#8220; \u2013 dies jedenfalls bemerkte der gotische Geschichtsschreiber Jordanes im 6. Jahrhundert.<\/p>\n<p>Mit dieser Aussage konnten die ersten Pr\u00e4historiker im 19. Jahrhundert indes wenig anfangen. Die noch in den Kinderschuhen steckende Arch\u00e4ologie legte in Deutschland und anderen Teilen Europas fast ausschlie\u00dflich Bauwerke der R\u00f6mer frei. Von Germanen und ihren Vorfahren fehlte zumeist jede Spur. Vor diesem Hintergrund kann es nicht verwundern, da\u00df die f\u00fchrenden Pr\u00e4historiker des 19. Jahrhunderts davon ausgingen, da\u00df Nordeuropa lange Zeit ein Barbarendasein fristete, bevor die R\u00f6mer die in Felle geh\u00fcllten Ureinwohner zivilisierten. Zwar gab es auch schon Pr\u00e4historiker, die im 19. Jahrhundert zu anderen Schl\u00fcssen kamen &#8211; etwa Ernst Krause oder Karl Penka -, allein mangelte es zumeist an belastbaren wissenschaftlichen Best\u00e4tigungen ihrer Thesen, wie etwa entsprechenden arch\u00e4ologischen Funden.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung fanden die abweichenden Thesen allerdings innerhalb der esoterischen Bewegungen Europas. 1886 etwa schrieb Edouard Schur\u00e9 \u00fcber die Nordv\u00f6lker:<\/p>\n<p>\u201eMan k\u00f6nnte sagen, da\u00df die Eisbl\u00f6cke des Nordpols das Aufkeimen der wei\u00dfen Rasse gesehen haben. Es sind die Hyperbor\u00e4er, von denen die griechische Mythologie spricht. Diese M\u00e4nner mit den roten Haa\u00adren und den blauen Augen kamen aus dem Norden, durch ihre Polar\u00adlicht erhellten W\u00e4lder, begleitet von Hunden und Rentieren, gef\u00fchrt von k\u00fchnen H\u00e4uptlingen und vorw\u00e4rtsgetrieben von Seherinnen. Goldige Haare und himmelblaue Augen: auserw\u00e4hlte Farben. Diese Rasse sollte den Kultus der Sonne und des heiligen Feuers aufrichten und in die Welt die Sehnsucht nach dem Himmel hineintragen.\u201c<\/p>\n<p>Auch andere Protagonisten der Theosophie und der diversen Rosenkreuzerb\u00fcnde sprachen in ihren Ver\u00f6ffentlichungen von einem Ursprung von Wissen und Kultur, einem &#8222;Licht&#8220; aus dem Norden, genauer gesagt aus der Subarktis. R\u00e9ne Gu\u00e9non konkretisierte dies seinerzeit wie folgt:<\/p>\n<p>\u201eIn Wirklichkeit soll Shambhala im Hohen Norden zu suchen sein, und die Verbindung, die man unter diesem Aspekt mit anderen Traditi\u00adonen machen kann, erlaubt es, Shambhala mit dem hyperbor\u00e4ischen Tula (Thule) gleichzustellen, dem Ausgangspunkt der urspr\u00fcngli\u00adchen Tradition unseres Manvantara (Zeitalters).\u201c<\/p>\n<p>Die f\u00fchrende Wissenschaft begegnete derlei \u00dcberlieferungen mit klarer Ablehnung. Tats\u00e4chlich sind V\u00f6lkerwellen aus dem Norden erst f\u00fcr die Zeit der V\u00f6lkerwanderung seit dem 4. Jahrhundert sehr gut durch schriftliche Quellen dokumentiert. Ob Burgunder, Wandalen, Alemannen oder Goten, sie alle brachen aus ihrer Heimat auf, um neue Siedlungsgebiete zu erschlie\u00dfen; am Ende der Wanderungen entstanden die Vorl\u00e4ufer der sp\u00e4teren europ\u00e4ischen Nationalstaaten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Jahrhunderte zuvor, f\u00fcr die Antike, die Eisen- und die Bronzezeit fehlen dagegen schriftliche Belege, so da\u00df die Wissenschaft lange Zeit davon ausging, da\u00df der Norden Europas vor der Zeit des Fr\u00fchmittelalters keinen gr\u00f6\u00dferen Einflu\u00df auf den Rest des Kontinentes aus\u00fcbte. Diese Aufassung wurde vor allem mit der Zunahme arch\u00e4ologischer Funde in Europa seit den 1920er Jahren von diversen Forschern in Zweifel gezogen und erhielt innerhalb des 3. Reiches eine staatliche R\u00fcckendeckung, Allerdings wurden diese Stimmen nach dem Ende des 2. Weltkrieges weitgehend ignoriert. Durch die zunehmend an Bedeutung gewinnende Arch\u00e4ogenetik f\u00fcr die Entschl\u00fcsselung der europ\u00e4ischen Fr\u00fchgeschichte schien es lange Zeit, als sei die Bedeutungslosigkeit Nordeuropas vor dem Mittelalter nunmehr wissenschaftlich best\u00e4tigt. Seit einigen Jahren indes, kristallisiert sich immer mehr heraus, da\u00df diese Ansicht falsch ist.<\/p>\n<p>Anhand der Entschl\u00fcsselung der Y-Haplogruppen, also der kurzen DNS-Abschnitte die fast unver\u00e4ndert von V\u00e4tern auf ihre S\u00f6hne \u00fcbertragen werden, lie\u00df sich eine chronologische Ausbreitung von V\u00f6lkerwellen aus dem Norden ausmachen. So l\u00e4\u00dft sich eine sehr fr\u00fche s\u00fcd\u00f6stlich gerichtete Ausbreitung von M\u00e4nnern um die Zeit um 9000 v. Chr. nachweisen, die die typisch europide Y-Haplogruppe I2 trugen. Diese Ausbreitung l\u00e4\u00dft sich arch\u00e4ologisch ebenfalls erfassen. F\u00fcr die Pr\u00e4historiker Leonid Zalizniak und Andrew Collins sind es Angeh\u00f6\u00adrige der skandinavischen Lyngby-Br\u00f6mme-Kultur bzw. der \u00f6stlich angrenzenden Swiderien-Kultur, die um 9000 v. Chr. entlang der Weichsel und Memel in Richtung Dnjepr und Wolga im S\u00fcdwesten Ru\u00dflands vorsto\u00dfen. Das Beweismittel Zalizniaks: eine aus dem europ\u00e4ischen So\u00adlutr\u00e9en bekannte Ger\u00e4teform der Flintpressung, die um 8500 v. Zw. erstmals in Anatolien nachgewiesen ist und wohl schon einige Zeit zuvor importiert worden war.<\/p>\n<p>Die Heimat dieser fr\u00fchen Welle lag demnach im Gebiet zwischen dem damaligen Doggerland und dem heutigen Nordpolen und die Ausbreitung l\u00e4\u00dft sich bis auf die Krim und nach Anatolien nachweisen. Dort entstand um 9000 v. Chr. auch die \u00e4lteste Gro\u00dfsteinanlage in G\u00f6bekli Tepe. Wurde sie unter Anleitung der Einwanderer aus dem Norden errichtet? Die Frage l\u00e4\u00dft sich bislang nicht eindeutig beantworten, doch ist diese Annahme nicht unahrscheinlich, zumal auch eine in der N\u00e4he gefundene zeitgleichee Steinstatue \u2013 der Urfa-Mensch \u2013 einen langsch\u00e4deligen Mann europiden Typs zu portraitieren scheint.<\/p>\n<p>Ab 5000 v. Chr. erscheint die europide Y-Haplogruppe I2 eng verbunden mit der Ausbreitung der Megalithkultur und ihren Anlagen aus gro\u00dfen Steinen. Auch f\u00fcr sie l\u00e4\u00dft sich eine S\u00fcdost-Richtung nachvollziehen. Als fr\u00fcheste steinerne Anlagen gelten derzeit Megalithgr\u00e4ber in der Bretagne, allerdings ist es nicht unwahrscheinlich, da\u00df die um diese Zeit schon in vollendeter Perfektion entstehenden Bauten auf Vorg\u00e4nger zur\u00fcckblicken, die noch weiter im Norden entstanden sein k\u00f6nnten. Entlang der Flu\u00dfl\u00e4ufe dringen Menschen der Megalithkultur bis zum Schwarzen Meer vor, wo ebenfalls Gro\u00dfsteinbauten errichtet werden.<\/p>\n<p>Im Laufe des 4. Jahrtausends erreicht die Megalithik auch den Mittelmeerraum mit Schwerpunkten in Nordafrika und auf mehreren Mittelmeerinseln. Hier h\u00e4lt sich die Gro\u00dfsteinbauweise in immer neuen Formen bis in das 2. Jahrtausend.<\/p>\n<p>Anders dagegen in Nord- und Mitteleuropa. Hier verschwinden die Y2-Tr\u00e4ger an der Wende des 4. zum 3. Jahrtausend zunehmend. Zwar werden weiterhin noch steinerne Gr\u00e4ber errichtet und auch alte Steingr\u00e4ber weiter genutzt, die urspr\u00fcngliche Megalithidee jedoch hat ihren Zenit \u00fcberschritten. An die Stelle der alten Adelsgeschlechter, die sich bislang ausschlie\u00dflich in Gro\u00dfsteingr\u00e4bern fanden, treten nun Angeh\u00f6rige der Y-Haplogruppen R1a und R1b. Ihre Heimat lag nicht etwa im S\u00fcdosten, im der russisch-urkainischen Steppe, wie heute vielfach suggeriert, sondern im Baltikum. Gemeinsam mit der dort um 3000 v. Chr. entstandenden Schnurkeramikkultur sto\u00dfen die auch Streutaxtleute genannten St\u00e4mme erst nach S\u00fcdwesten, sp\u00e4ter auch nach S\u00fcdosten vor.<\/p>\n<p>Mit ihnen gelangen indogermanische Sprachen in weite Teile Eurasiens. Anders als die Megalithleute dringen die Schnurkeramiker ausschlie\u00dflich auf dem Landweg vor.<\/p>\n<p>In Europa selbst bildet sich um 2300 v. Chr. aus Schnurkeramikern, Glockenbecherleuten und Resten der alten I2-Adelsschicht die Aunjetitzer Kultur, die das f\u00fchrende Machtzentrum Mitteleuropas in der Bronzezeit darstellt.<\/p>\n<p>Zeitgleich t\u00fcrmt sich in Skandinavien schon die n\u00e4chste V\u00f6lkerwelle auf, die wenie Hundert Jahre sp\u00e4ter ganz Europa \u00fcberfluten sollte. Es handelt sich um die Vorfahren der Germanen, die unter der Y-Haplogruppe I1 identifiert werden k\u00f6nnen, die seit 2000 v. Chr. zunehmend an Bedeutung gewinnt. Als Kulturgruppe der Nordischen Bronzezeit stehen sie schon bald der Aunjetitzer Kultur ebenb\u00fcrtig gegen\u00fcber. Seit dem 16. Jahrhundert v. Chr. \u00fcbernehmen sie die Kontrolle \u00fcber den schon seit Jahrhunderten ausge\u00fcbten Handel mit Bernstein, der von den K\u00fcsten der Nord- und Ostsee bis nach \u00c4gypten gehandelt wird.<\/p>\n<p>Um 1200 v. Chr. brechen dann in Folge einer gro\u00dfen Naturkatastrophe &#8211; wahrscheinlich in Folge eines Meteoriteneinschlags &#8211; erneut gro\u00dfe V\u00f6lkerwellen aus dem Norden auf. Diese Episode wird heute unter dem Begriff der Urnenfelderkultur zusammengefa\u00dft, und ist auch als Dorische oder Seev\u00f6lkerwanderung bekannt. Die nun nach S\u00fcden str\u00f6menden St\u00e4mme beerben die alten indogermanischen Kulturen von Mykene, Troja und Hethitien. An ihrer Stelle entstehen neue V\u00f6lker, wie die Kelten in Zentraleuropa, sowie neue Reiche, die uns einige Hundert Jahre sp\u00e4ter als klassische antike Staaten begegnen: Etrurien (Reich der Etrusker), Rom, Griechenland (Athen und Sparta).<\/p>\n<p>Mit den neuen Erkenntnissen \u00fcber den Norden als Ausgangspunkt zahlreicher V\u00f6lkerwellen und Kulturimpulse werden aber auch die esoterischen \u00dcberlieferungen wieder interessant, die schon im 19. Jahrhundert zumindest einige heutige Erkenntnisse vorwegnahmen.<\/p>\n<p>So berichtet etwa der franz\u00f6sische Esoteriker Alexandre Saint-Yves d\u00b4Alveydre von einem Zeitzyklus des Ram, der um 9000 v. Chr. begonnen haben soll. Zu dieser Zeit habe der Priesterk\u00f6nig Ram, der &#8222;keltischen&#8220;, also wohl indogermanischen Ursprungs war, die Herrschaft an sich gerissen und ein theokratisches Herrschaftsreich der &#8222;wei\u00dfen Rasse&#8220; errichtet, das 6000 Jahr andauerte und sich bis nach Asien erstreckt haben soll. Eine zumindest m\u00f6gliche \u00dcbereinstimmung mit den s\u00fcd\u00f6stlichen V\u00f6lkerz\u00fcgen bis nach G\u00f6bekli Tepe.<\/p>\n<p>Gegen 3100 v. Chr. sollen die Anh\u00e4nger Rams in Folge der Abspaltung eines Teils des Reiches unter F\u00fchrung eines gewissen Irshu ihre Machtstellung eingeb\u00fc\u00dft haben. Reste der Ram-Anh\u00e4nger h\u00e4tten sich der Legende zufolge in unterirdische H\u00f6hlen zur\u00fcckgezogen und verborgene Reiche errichtet, deren bekanntestes jenes von Agarthi im Himalaya gewesen sei. Nun erscheint dieses Detail zugegebenerma\u00dfen reichlich unwahrscheinlich, jedoch existiert daf\u00fcr noch einen weitere Quelle in Form einer irischen Sage. Dieser zufolge sollen sich die Tuatha de Danann, die von vielen Forschern mit den britischen Megalithbauten in Verbindung gebracht weden, nach einer Niederlage gegen die von Druiden gef\u00fchrten Milesier, in unterirdische H\u00fcgel zur\u00fcckgezogen haben und hie\u00dfen seitdem die Leute aus den H\u00fcgeln. Die Zeitangabe 3100 v. Chr. entspricht ziemlich genau der Zeit, als die alten Herrschergeschlechter der Y-Haplogruppe I2 rasant an Zahl verlieren und in vielen Gebieten durch R1a und R1b-Leute ersetzt wurden.<\/p>\n<p>Mit den Tuatha de Danann ebenso wie mit den Menschen von Agartha verbunden ist eine \u00dcberlieferung, die in \u00e4hnlicher Form auch f\u00fcr keltisch-germanische Herrscher existiert: Eines Tages sollen sie aus der Unterwelt hervortreten, um in einem letzten Kampf das B\u00f6se zu vernichten. Der Forscher Ferdynand Ossendowski verband diese Legende f\u00fcr die Menschen von Agartha mit dem Jahr 2029. Ob auch diese esoterische \u00dcberlieferung zutreffend ist, werden wir wohl erst in ein paar Jahren erfahren&#8230;.<\/p>\n<p>Weiterf\u00fchrende Literatur:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/parzifal-versand.de\/product_info.php?products_id=285\">Ren\u00e9 Gu\u00e9non: Der K\u00f6nig der Welt <br \/>Dennis Kr\u00fcger: Arch\u00e4ogenetische Irrwege<br \/>Dennis Kr\u00fcger: Hyperborea \u2013 der Mensch aus dem Norden in der Fr\u00fchgeschichte<br \/>Karl Penka: Die Herkunft der Arier<br \/>Alexandre Saint-Yves d\u00b4Alveydre: Das Mysterium von Agartha. Indiens Mission in Europa.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Insel Skandinavien war einst der &#8222;Geburtsscho\u00df der V\u00f6lker&#8220; \u2013 dies jedenfalls bemerkte der gotische Geschichtsschreiber Jordanes im 6. Jahrhundert. Mit dieser Aussage konnten die ersten Pr\u00e4historiker im 19. 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