{"id":142,"date":"2024-09-17T08:54:08","date_gmt":"2024-09-17T08:54:08","guid":{"rendered":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=142"},"modified":"2024-09-17T08:54:08","modified_gmt":"2024-09-17T08:54:08","slug":"die-christianisierung-der-germanen-und-das-verschuettete-ur-kristentum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=142","title":{"rendered":"Die Christianisierung der Germanen und das versch\u00fcttete Ur-Kristentum"},"content":{"rendered":"<p>Wie verlief die Christianisierung der Germanen? Mit Gewalt oder durch freiwillige Konversion? Betrachtet man die Darstellungen \u00fcber den Verlauf der Christianisierung Nordeuropas, ist auff\u00e4llig, da\u00df je nach Hintergrund des Verfassers, zwei sich nahezu diametral entgegenstehende Anschauungen vorherrschen: Die christliche Sicht, welche die Christianisierung in erster Linie als \u201eErl\u00f6sung des Germanentums aus der Barbarei\u201c beschreibt \u2013 auf der anderen Seite, die \u201eheidnische\u201c Auffassung, in der die Einf\u00fchrung der neuen Religion ausschlie\u00dflich mit Schwert und Feuer erfolgt sein soll. Doch beim Blick auf die Quellen wird deutlich, da\u00df beide Sichtweisen die Wirklichkeit nicht umfassend wiederzugeben verm\u00f6gen; denn weder wurde das Christentum ausschlie\u00dflich mit Gewalt durchgesetzt, noch haben alle Germanen mit \u201efreudigem Hosianna\u201c das christliche Kreuz aufgenommen. <\/p>\n<p>Die Antwort auf die Frage, warum sich die Christianisierung so uneinheitlich vollzogen hat und was die tats\u00e4chliche Motivation hinter der oftmals freiwilligen Konversion zum neuen Glauben war, blieb innerhalb der Literatur weitestgehend schemenhaft. Ausgeklammert werden vor allem Hinweise auf eine schon w\u00e4hrend des Megalithikums seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. entstandene Gottheits-Trinit\u00e4t aus Vater, Mutter und Gottessohn, die eng verbunden mit einem Sonnenkult war. Zum anderen wird unterschlagen, dass f\u00fcr die fr\u00fchgermanische Zeit Hinweise auf einen henotheistischen (Verehrung eines Hauptgottes, dem andere G\u00f6tter untergeordnet sein k\u00f6nnen), wenn nicht gar monotheistischen Glauben vorliegen, der verbunden war mit einem Glauben an eine Seelenwanderung, bzw. Wiederverk\u00f6rperung innerhalb der eigenen Sippe. So findet sich in der \u00d6rvar-Odds-Saga, Kap. 17., ein Dialog zwischen Christen und Heiden, von denen einer folgenden Satz spricht: \u201eWir glauben an den, der Himmel und Erde geschaffen hat, die See, die Sonne und den Mond.\u2018 \u201aDer mu\u00df gro\u00df sein, der alles das gezimmert hat, das glaube ich einzusehen.\u2018\u201c<br \/>\nDies widerspricht deutlich dem Sagabild Odins, der selbst sterblich ist und mit seinen Asen am Weltenende untergeht. Das Glyfaginning der Edda berichtet sogar von h\u00f6heren Gewalten, denen selbst die G\u00f6tter opferten. Der Allzeuger, der Alfhotur, stand also oberhalb Odins und seiner 12 Asen.  Dies entspricht dem Bild, das der Forscher Bernhard Kummer vom germanischen Glauben entwirft. Jeder Stamm soll Kummer zufolge seinen eigenen Gott be\u00adsessen haben, der sich namentlich von dem anderer St\u00e4mme unterschied und Au\u00dfenstehende so von der gleich\u00adzeitigen Verehrung einer ganzen Reihe von Gottheiten ausgehen lie\u00df. Tats\u00e4chlich aber verhielt es sich laut Kummer so: \u201eWer an Freyr glaubt, verehrt nicht Thor und umgekehrt. &#8230;.Einen Polytheismus, wie man ihn etwa aus der Edda herausliest, sucht man in der Sagawelt Islands bis zur Bekehrung vergeblich.\u201c<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich spricht vieles daf\u00fcr, da\u00df die Ur-Germanen einem prinzipiellen Monotheismus anhingen, der aus \u00e4lteren Quellen herr\u00fchrte und in Verbindung mit einem Sonnenkult stand, an den in germanischer Zeit nur noch der Gott Baldur erinnerte. Balder jedoch ist keine auf das Germanentum beschr\u00e4nkte Gottheit, sondern eine Verk\u00f6rperung der \u201eSonnengottheit\u201c, die bis in die Zeit der Megalithkulturen zur\u00fcckreicht und sich zwischen dem 5. und 2. vorchristlichen Jahrtausend in weite Teile der Erde verbreitet hatte. Der Balder-Verehrung zugrunde liegt offenbar jener Sonnen-Kultus, dessen Ursprung innerhalb der Megalithkultur zu suchen ist und auf den hohen Norden verweist. <\/p>\n<p>Ein genauerer Blick offenbart eine Kontinuit\u00e4tslinie der Glaubensvorstellung aus der Megalithzeit und der sich anschlie\u00dfenden \u201eindogermanischen\u201c Epoche bis in germanische Zeit und weiter bis hinein in das Christentum. Wurde das Christentum von Nazareth gar durch nordeurop\u00e4ische Einwanderer, die ein Ur-Kristentum mit sich f\u00fchrten,  im damaligen Philisterland inspiriert, wie der Forscher Herman Wirth annahm? Antworten auf diese und weitere Fragen zum Glauben der Germanen und jener verborgenen Kontinuit\u00e4tslinie von der Jungsteinzeit bis zum Christentum bietet die soeben aktualisierte <a href=\"https:\/\/parzifal-versand.de\/product_info.php?products_id=217\">Ver\u00f6ffentlichung \u201eDer unbesiegte Sonnengott\u201c<\/a>.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie verlief die Christianisierung der Germanen? Mit Gewalt oder durch freiwillige Konversion? 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