{"id":147,"date":"2024-10-12T09:40:05","date_gmt":"2024-10-12T09:40:05","guid":{"rendered":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=147"},"modified":"2024-10-12T09:40:05","modified_gmt":"2024-10-12T09:40:05","slug":"ufos-reichsflugscheiben-und-die-legende-von-hitlers-flucht-in-die-antarktis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=147","title":{"rendered":"Ufos, Reichsflugscheiben und die Legende von Hitlers Flucht in die Antarktis"},"content":{"rendered":"<p><em>1947 erschien in Argentinien ein Buch mit dem unzweideutigen Titel \u201eHitler lebt\u201c. In diesem Werk berichtet der Exil-Ungar Ladislao Szabo \u00fcber Adolf Hitlers angebliche Flucht aus Berlin in eine unterirdische Basis in Neuschwabenland, die auch als St\u00fctzpunkt einer Flotte deutscher Flugscheiben gedient habe. Warum aber sorgte diese unglaubw\u00fcrdige Geschichte zwei Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges noch f\u00fcr Aufsehen? <\/em><\/p>\n<p><strong>Zweifel an Hitlers Tod<\/strong><\/p>\n<p>Das h\u00e4ngt damit zusammen, da\u00df Hitlers Tod im Bunker in Berlin am 30. April zwar offiziell verk\u00fcndet wurde, jedoch weder seine Leiche noch die seiner frisch angetrauten Frau Eva Braun jemals gefunden bzw. zweifelsfrei identifiziert werden konnten.<br \/>\nDer offiziellen, auf Augenzeugenberichten anwesender Wachsoldaten und Bediensteter Hitlers basierenden Version zufolge, soll sich der \u201eF\u00fchrer\u201c am Abend des 30. April erschossen haben, nachdem sich seine Gattin, Eva Braun, mit einer Zyankali-Ampulle das Leben genommen hatte. Martin Bormann und Angeh\u00f6rige des  F\u00fchrerbegleitkommandos h\u00e4tten daraufhin die beiden Leichen im Garten der Neuen Reichskanzlei verbrannt und die \u00dcberreste gemeinsam mit anderen Leichen in einem Bombenkrater in der N\u00e4he des Ausgangs des \u201eF\u00fchrer-Bunkers\u201c vergraben.<br \/>\nNach dem Krieg bargen Angeh\u00f6rige des sowjetischen NKWDs alle sterblichen \u00dcberreste, die sie im Garten der Reichskanzlei finden konnten, darunter auch Fragmente eines Sch\u00e4dels, den sie f\u00fcr \u00dcberreste Hitlers hielten. Der langj\u00e4hrige Assistent von Hitlers Zahnarzt Hugo Blaschke, Fritz Echtmann, identifizierte am 10. Mai 1945 im Auftrag des sowjetischen Geheimdienstes Gebi\u00dfteile und Zahnbr\u00fccken der beiden Toten, was durch sp\u00e4tere Untersuchungen best\u00e4tigt worden sein soll. Der Suizid Hitlers wurde daraufhin von der Regierung in der Zeitung \u201eKrasnaja Swesda\u201c \u00f6ffentlich gemacht und von Stabsoffizieren der Sowjetarmee noch im Juni gegen\u00fcber US-amerikanischen Kollegen best\u00e4tigt. Bereits einige Tage sp\u00e4ter dementierte der sowjetische Oberbefehlshaber Georgi Schukow auf Befehl Stalins jedoch die Meldung \u00fcber die Best\u00e4tigung von Hitlers Tod. Hintergrund war das tiefe Mi\u00dftrauen Stalins, der die Westm\u00e4chte verd\u00e4chtigte, mit den Deutschen zusammenzuarbeiten. In der Folge startete die Sowjetunion eine regelrechte Desinformationskampagne um Hitlers Tod, die f\u00fcr Jahrzehnte Stoff f\u00fcr Verschw\u00f6rungstheorien lieferte.<br \/>\nAls im August 1945 zwei deutsche U-Boote in Argentinien landeten, erfuhren die Spekulationen um Hitlers Flucht einen neuen H\u00f6hepunkt. In den folgenden Jahren erh\u00f6hte sich zudem die Anzahl der Augenzeugen, die Hitler in irgendwelchen Teilen der Welt, zumeist aber in S\u00fcdamerika, lebend gesehen haben wollten. Daraufhin er\u00f6ffnete auch die US-Bundespolizei FBI insgeheim ein Verfahren zur Eruierung des Verbleibes des letzten deutschen Reichskanzlers.<br \/>\nEin weiteres spekulatives Ziel der Flucht Hitlers war neben S\u00fcdamerika \u2013 und hier vor allem das Deutschland lange Zeit freundlich gesinnte Argentinien \u2013 die Antarktis, die etwa 5000 km s\u00fcdlich von Argentinien liegt.<\/p>\n<p><strong>Der Neuschwabenland-Mythos<\/strong><\/p>\n<p>Hintergrund der Spekulationen ist eine weitgehend geheim durchgef\u00fchrte deutsche Antarktis-Expedition 1938\/39, auf der weite Teile der n\u00f6rdlichen Antarktika kartographiert und durch Abwurf von Reichsfahnen aus Metall, was v\u00f6lkerrechtlich den Anspruch auf ein staatenloses Gebiet besiegelt, f\u00fcr Deutschland reklamiert wurden. Offiziell wurden diese Gebiete als \u201eNeuschwabenland\u201c benannt, in Anlehnung an das Hauptschiff der Expedition, die MS \u201eSchwabenland\u201c. Durchgef\u00fchrt wurde die Expedition im Auftrag Hermann G\u00f6rings durch die \u201eDeutsche Antarktische Gesellschaft\u201c. Verantwortlicher Kommandeur war Kapit\u00e4n Alfred Ritscher. Als Zweck der Reise wurde die Erschlie\u00dfung von Walfanggebieten angegeben, zugleich sollten jedoch v\u00f6lkerrechtliche Anspr\u00fcche auf Teile der Antarktis erhoben werden, da hier eine gro\u00dfe Konzentration von Edelmetallen und Rohstoffen festgestellt worden war. W\u00e4hrend der Expedition wurden 200.000 km\u00b2 karthographiert und weite Gebiete durch die Begleitflugzeuge \u201eBoreas\u201c und \u201ePassat\u201c erkundet, wobei auch eisfreie Seen und Gebirge entdeckt wurden, die im antarktischen Sommer unterirdisch (nat\u00fcrlich) erhitzt werden (\u201eSchirrmacher-Oase\u201c u.a.)<br \/>\nIn der offiziellen Dokumentation der Reise \u201eDeutsche Antarktische Expedition 1938\/39\u201c, herausgegeben von Kapit\u00e4n Alfred Ritscher, hei\u00dft es dementsprechend, da\u00df die Expedition \u201emit ihren Erfolgen die Voraussetzungen  f\u00fcr eine Beteiligung Deutschlands bei k\u00fcnftigen internationalen Auseinandersetzungen \u00fcber Hoheitsfragen in der Antarktis geschaffen (habe)\u201c. Es folgt eine akribische Auflistung der Ergebnisse der Luftbildauswertung, der fliegerischen Erkundung sowie der verfa\u00dften geographischen Arbeiten.<br \/>\nDie Geheimhaltung der Expedition erfolgte offiziell zur Vermeidung internationaler Proteste, da verschiedene Staaten Anspr\u00fcche auf das Gebiet der Antarktis erhoben, das von Deutschland als \u201eNeuschwabenland\u201c zum Reichsgebiet erkl\u00e4rt wurde, darunter Norwegen, Chile und Argentinien.<br \/>\nNichts desto trotz entwickelte sich seit den 1950er Jahren eine rege literarische Neuschwabenland-Verschw\u00f6rungsliteratur, die vor allem verbunden ist mit dem Namen Wilhelm Landig, der in einer Romantrilogie, die auf wahren Fakten basieren soll, der Geschichte Farbe verlieh.<br \/>\nAuch das hier erstmals wieder dem Leser zug\u00e4nglich gemachte Werk lieferte wichtige Versatzst\u00fccke f\u00fcr die Neuschwabenland-Legende. Dem Autor zufolge soll gegen Kriegsende ein Geschwader des neuesten U-Boot Typs XXI, der in der Lage war durch einen Schnorchel und selbstaufladende Elektomotoren weite<br \/>\nStrecken ohne Auftauchen zur\u00fcckzulegen, begleitet von einigen Flugscheiben eine Gruppe von SS-M\u00e4nnern zur reichsdeutschen Basis 211 in Neuschwabenland verbracht haben. Auf dem Weg sei noch ein US-Marine-Geschwader vernichtet worden.<br \/>\nDiese unterirdische Basis in der Antarktis soll innerhalb der Jahre 1939 und 1945 mittels mehrerer Expeditionen durch deutsche Ingenieure angelegt worden sein. Als Beweis wurde auch ein D\u00f6nitz-Zitat angef\u00fchrt, in dem dieser von einer \u201ef\u00fcr Hitler errichteten uneinnehmbaren Festung am Rande der Welt berichtete\u201c, ohne da\u00df die Quelle f\u00fcr diese Aussage jemals eruiert werden konnte.<br \/>\nF\u00fcr eine Flucht per U-Boot kommen etwa zehn verschiedene U-Boote in Frage, die gem\u00e4\u00df diverser Zeugenaussagen gegen Kriegsende mit verschiedenen Zielen von Kiel und vom Norwegischen Kristiansand ausliefen. Das bekannteste dieser Boote war U-234, welches mit verschiedenen Pl\u00e4nen und Mustern fortschrittlicher Waffensysteme in Begleitung zweier japanischer Offiziere Kurs auf Japan nahm, sich jedoch nach Erkl\u00e4rung der Nichtigkeit der deutsch-japanischen Abkommen nach der deutschen Kapitulation am 19. Mai in Portsmouth selbst stellte. Die zwei bekanntesten vermeintlichen Flucht-U-Boote waren indes  U-530 und U-977, die sich im Juli und August in Argentinien stellten, und Gegenstand von Spekulationen \u00fcber Zwischenstopps in Neuschwabenland oder der vorangehenden Absetzung hochrangiger NS-Pers\u00f6nlichkeiten wurden, zumal der seit 1946 amtierende Argentinische Ministerpr\u00e4sident Peron als ehemaliger Agent des Sicherheitsdienstes der SD wirkte und viele deutsche Emigranten ganz offiziell einreisen lie\u00df.<br \/>\nAn Flugzeugen standen f\u00fcr eine Flucht neben den konventionellen, als \u201eAmerika-Bomber\u201c konzipierten Fernflugzeugen<br \/>\nMe 264 und Junkers Ju 390, deren einer Prototyp tats\u00e4chlich spurlos verschwand, auch d\u00fcsengetriebene Prototypen der Baureihen Ju 287 zur Verf\u00fcgung. Zumindest spricht einiges daf\u00fcr, da\u00df gegen Kriegsende SS-General Hans Kammler eine Evakuierung geheimer Waffenprojekte mittels der F\u00fchrerbegleitstaffel durchf\u00fchren lie\u00df, der eine Ju 390 zugeteilt war.<br \/>\nWeitere Nahrung erhielt die These von der deutschen Antarktis-Basis durch ein 1947 von den USA durchgef\u00fchrtes Unternehmen mit der Bezeichnung \u201eOperation Highjump\u201c. Dieses Unternehmen, das unter Beteiligung des ber\u00fchmten Polarforschers Richard Evelyn Byrd als einem der Kommandanten stattfand, sollte offiziell milit\u00e4risches Ger\u00e4t unter antarktischen Bedingungen testen. Insgesamt \u00fcber 4700 Mann mit einem Flugzeugtr\u00e4ger, mehreren Zerst\u00f6rern, Torpedobooten und Flugzeugen, in drei Gruppen unterteilt, n\u00e4herten sich aus s\u00fcdlicher Richtung dem Eiskontinent und stie\u00dfen an den K\u00fcsten bis zum Queen-Maud-Land vor, in dem sich auch das deutsche Neuschwabenland befindet.<br \/>\nW\u00e4hrend einigen Autoren zufolge die Expedition nach dem Verlust mehrerer Flugzeuge und eines Torpedobootes \u201e\u00fcberhastet\u201c abgebrochen werden mu\u00dfte, schreibt Byrd in einem gro\u00dfen Bericht im \u201eNational Geographic\u201c vom Oktober 1947 lediglich \u00fcber einen Flugzeugunfall. Tats\u00e4chlich gab es jedoch weitere Unf\u00e4lle, u.a. einen Hubschrauberabsturz, die Byrd offensichtlich verschwieg. W\u00e4hrend es ungew\u00f6hnlicherweise nach der Expedition keine sonst \u00fcbliche Pressekonferenz gab, wurde stets eine angebliche Aussage Byrds wiedergegeben, derzufolge er vor Flugzeugen warnte, die von einem Pol zum anderen fliegen k\u00f6nnten, und ferner die Antarktis eine Bedrohung f\u00fcr den Frieden darstelle. In einer Dokumentation des Autors Heinz Sch\u00f6n ist dagegen lediglich die Rede davon, da\u00df \u201edie k\u00fcrzeste Entfernung zwischen der Neuen und der Alten Welt quer \u00fcber den Arktischen Ozean und die Nordpolarzone\u201c verlaufe und da\u00df vorherzusehen sei, \u201eda\u00df die hier in der Antarktis gewonnen Erkenntnisse auch f\u00fcr kriegerische Auseinandersetzungen in der Artkis von gro\u00dfem Nutzen seien.\u201c Diese glaubw\u00fcrdigere Aussage bezieht sich offensichtlich auf die bevorstehende Auseinandersetzung mit der Sowjetunion und nicht auf eine Auseinandersetzung mit einer \u201eDritten Macht\u201c, wie die reichsdeutschen Verteidiger einer angeblichen Basis auch genannt werden. Auch die angebliche Aussage des Gro\u00dfadmirals D\u00f6nitz wurde von diesem selbst nach dem Krieg abgestritten.<br \/>\n1958 schlie\u00dflich, so der Kern der These einer \u201eNeuschwabenland-Basis\u201c, sei die deutsche Untergrund-Festung durch den Abwurf von drei US-Atombomben zerst\u00f6rt worden.<\/p>\n<p><strong>Neue Hinweise auf eine deutsche Basis am S\u00fcdpol?<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2005 wurde die Geschichte neu aufgew\u00e4rmt, als ein englischer Autor eine Artikelreihe \u00fcber angebliche geheime Eins\u00e4tze der Briten gegen eine deutsche antarktische Basis ver\u00f6ffentlichte: Demnach sei die Existenz einer in riesigen H\u00f6hlen versteckten Antarktika-Basis der Deutschen von den Briten als realistisch genug angesehen worden, um w\u00e4hrend des Krieges als Reaktion auf die Bedrohung St\u00fctzpunkte in vielen Teilen der Antarktis zu errichten. Die britischen Streitkr\u00e4fte seien Teil der \u201eOperation Tabarin\u201c gewesen. Die bekannten britischen St\u00fctzpunkte befanden sich den Autoren zufolge haupts\u00e4chlich auf der antarktischen Halbinsel und auf den Inseln, die die Halbinsel umgeben. Im Juli 1945 sollen deutsche Soldaten der Neuschwabenland-Basis die unweit in der Queen-Maud-Region gelegene britische Station \u201eMaudheim-1\u201c angriffen haben. Daraufhin sei die Spezialeinheit \u201eSAS\u201c zur Rettung eingesetzt worden und habe \u201eWeihnachten 1945 im Kampf gegen die Nazis\u201c verbracht.<br \/>\nNach jahrzehntelanger Meidung des Themas durch die akademische Wissenschaft erschien 2007 erstmals ein Beitrag mit wissenschaftlichem Anspruch, der den Neuschwabenland-Mythen auf die Spur ging.<br \/>\nDie Autoren wiesen darauf hin, da\u00df die Errichtung einer Untergrundbasis im Gebiet des M\u00fchlig-Hoffmann-Gebirges bzw. der vorgelagerten Schirrmacher-Oase, das etwa 200 km von der Landezone des Expeditionsschiffes \u201eSchwabenland\u201c entfernt lag, w\u00e4hrend der Expedition 1938\/39 aus zeitlichen Gr\u00fcnden unm\u00f6glich war. Die \u201eSchwabenland\u201c befand sich lediglich 30 Tage in der Antarktis und hatte weder Fahrzeuge noch Material an Bord, um Basen anzulegen, schon gar keine aufwendigen Untergrundstationen. Weitere deutsche Expeditionen in die Antarktis fanden der Ver\u00f6ffentlichungen zufolge trotz vorangehender Planungen kriegsbedingt nicht statt, zumindest existieren keine Belege mit Ausnahme von unglaubw\u00fcrdigen \u201eAugenzeugenberichten\u201c.<br \/>\nAuch die Absetzung von Passagieren in Neuschwabenland durch U-Boote erscheint den Wissenschaftlern \u00fcberaus abwegig, wenn man bedenkt, da\u00df der Juli und August in der Antarktis Wintermonate ohne Sonnenlicht und mit kilometergro\u00dfen Eisschollen vor der K\u00fcste darstellen. Hinzu kommt, da\u00df die Zeit zwischen Auslaufen aus den deutschen H\u00e4fen bis zur Ankunft in Argentinien laut Autoren der Studie f\u00fcr einen Zwischenstop in der Antarktis nicht ausgereicht h\u00e4tten.<br \/>\nDa\u00df die \u201eOperation Highjump\u201c in Reaktion auf die Bedrohung durch eine deutsche Basis durchgef\u00fchrt worden sei, entkr\u00e4ften die Autoren schlie\u00dflich mit dem berechtigten Hinweis, da\u00df sie auf der gegen\u00fcberliegenden Seite des mehr als 3000 Kilometer durchmessenden Kontinentes stattfand.<br \/>\nAuch die angeblich gegen eine deutsche Basis agierende \u201eOperation Tabarin\u201c betrachten die Autoren als fehlinterpretiert, da sie offiziell zur Sicherung der britischen Anspr\u00fcche gegen Argentinien und Chile gestartet wurde. Das beteiligte Personal war zudem so gering, da\u00df damit keine milit\u00e4rischen Unternehmen durchgef\u00fchrt werden konnten. Gestartet wurde das Unternehmen am 29. Januar 1944, als ein vierzehn Mann starkes Expeditionsteam unter Leutnant James Marr die Falkland-Inseln mit zwei Schiffen verlie\u00df, der HMS William Scoresby (ein Minenabwehrtrawler) und der HMS Fitzroy.<br \/>\nIm Laufe des Februars wurden Basen nahe der verlassenen norwegischen Walfangstation auf Deception Island (3. Februar) und am Port Lockroy (11. Februar) auf der Wiencke-Insel westlich von Grahamland errichtet. Eine weitere Station wurde am 13. Februar 1944 in der Hope Bay eingerichtet, nachdem ein Versuch zum Abladen von G\u00fctern am 7. Februar 1944 gescheitert war.<br \/>\nNach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die  \u201eOperation Tabarin\u201c samt ihrer Basen von zivilen Mitgliedern der \u201eFalkland Islands Dependencies Survey\u201c (FIDS, sp\u00e4ter in British Antarctic Survey &#8211; BAS &#8211; umbenannt) fortgef\u00fchrt.<br \/>\nDer Abwurf von drei Atombomben schlie\u00dflich fand tats\u00e4chlich zwischen August und September 1958 statt, allerdings in einer H\u00f6he von mehr als 500 km und nicht \u00fcber der Antarktis, sondern im S\u00fcdatlantik in der N\u00e4he der Gough-Insel (Operation Argus).<br \/>\nDiese Widerlegung der meisten der Details der Neuschwabenland-Theorie durch Summerhayes und Beeching konnten indes nicht alle offenen Fragen befriedigend beantworten.<br \/>\nSo diente die \u201eOperation Tabarin\u201c auch dazu, zu verhindern, da\u00df der Feind in der Antarktis Unterschlupfe einrichtete. Es war bekannt, so der Autor Ashley Jackson, da\u00df Deutschland abgelegene Inseln als Treffpunkte und als Schutz f\u00fcr Kriegsschiffe, U-Boote und Nachschubeinheiten nutzte. Zugleich wurde auch vermutet, da\u00df die Operation teilweise ein Desinformationsunternehmen gewesen sein k\u00f6nnte, nominell zur Aufdeckung von vermuteten deutschen Nachschuboperationen \u2013 Informationen, die durch das Entschl\u00fcsseln des Codes der Enigma tats\u00e4chlich bereits bekannt waren. Umst\u00e4nde, die Summerhayes und Beeching nicht er\u00f6rterten, ja nicht einmal erw\u00e4hnten. Und auch die noch immer aufrechterhaltene Geheimhaltung der Regierungakten, die \u00fcber die wahren Beweggr\u00fcnde der Operation Aufschlu\u00df geben k\u00f6nnten, ist bemerkenswert.<br \/>\nEbenso bietet Byrds Warnung weiterhin Anla\u00df zu Spekulationen, die zwar zumeist verk\u00fcrzt wiedergegeben wird, aber durchaus im gebrauchten Sinne zu verstehen sein k\u00f6nnte:<br \/>\n\u201eAdmiral Richard E. Byrd warnte heute, da\u00df die Vereinigten Staaten Schutzma\u00dfnahmen gegen die M\u00f6glichkeit einer Invasion des Landes durch feindliche Flugzeuge aus den Polarregionen ergreifen sollten. Der Admiral erkl\u00e4rte, er wolle niemanden erschrecken, aber die grausame Realit\u00e4t sei, dass die Vereinigten Staaten im Falle eines neuen Krieges von Flugzeugen angegriffen werden k\u00f6nnten, die \u00fcber einen oder beide Pole fliegen. Diese Aussage machte er in einem Exklusivinterview mit dem International News Service im Rahmen einer Rekapitulation seiner eigenen Polarerfahrungen. In Bezug auf die k\u00fcrzlich abgeschlossene Expedition sagte Byrd, das wichtigste Ergebnis seiner Beobachtungen und Entdeckungen seien die m\u00f6glichen Auswirkungen auf die Sicherheit der Vereinigten Staaten. Die fantastische Geschwindigkeit, mit der die Welt schrumpft &#8211; erinnerte der Admiral &#8211; ist eine der wichtigsten Lektionen, die er w\u00e4hrend seiner j\u00fcngsten Antarktis-Expedition gelernt hat. Ich mu\u00df meine Landsleute warnen, da\u00df die Zeit vorbei ist, in der wir uns in unsere Isolation fl\u00fcchten und darauf vertrauen konnten, da\u00df die Entfernungen, die Ozeane und die Pole eine Garantie f\u00fcr Sicherheit sind.\u201c<\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Weitaus wahrscheinlicher als eine gro\u00dfe deutsche Milit\u00e4rbasis in der Antarktis ist demgegen\u00fcber allerdings die Existenz von Flugscheiben, an denen nachweislich innerhalb des Dritten Reiches geforscht wurde. Ob aber tats\u00e4chlich flugf\u00e4hige Flugscheiben gebaut oder sogar eingesetzt wurden, ist bis heute jedoch nicht vollst\u00e4ndig gesichert.  Unzweifelhaft aber existieren unidentifizierte Flugobjekte, die an jene Flugscheiben erinnern, wie sie zur Zeit des 3. Reiches konzipiert wurden. Alles spricht jedoch daf\u00fcr, da\u00df es sich nunmehr um Waffensysteme der US-Amerikaner handelt. <\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Gehring, Heiner \/ Zunneck, Karl-Heinz : Flugscheiben \u00fcber Neuschwabenland. Rottenburg 2005<br \/>\nGeorg, Friedrich: Hitlers letzter Trumpf. Entwicklung und Verrat der Wunderwaffen. T\u00fcbingen 2009<br \/>\nGoodrick-Clarke, Nicholas: Im Schatten der Schwarzen Sonne. Wiesbaden 2009<br \/>\nKr\u00fcger, Dennis: Der Aufgang der Schwarzen Sonne. Bottrop 2. Aufl. 2023<br \/>\nLandig, Wilhelm: Wolfszeit um Thule. Ein Roman voller Wirklichkeiten. Wien 1980<br \/>\nRitscher, Alfred: Deutsche Antarktische Expedition 1938\/39. Bd. 1, Wissenschaftliche und fliegerische Erlebnisse. Leipzig 1942<br \/>\nRobert, J.: Britain\u2019s secret war in Antarctica, Part 1. Nexus Magazine 12\/2005<br \/>\nSch\u00f6n, Heinz: Mythos Neu-Schwabenland. F\u00fcr Hitler am S\u00fcdpol. Selent 2006<br \/>\nSternhoff, Gilbert: Die Zukunft hat l\u00e4ngst begonnen. Die 3. Macht von 1945 bis zur \u00dcbernahme der Welt. Rottenburg 2007<br \/>\nSummerhayes, Colin\/Beeching, Peter: Hitler\u2019s Antarctic base: the myth and the reality. In: Polar Record 43\/2007<br \/>\nWitkowski, Igor: Die Wahrheit \u00fcber die Wunderwaffe 1. Immenstedt 2008<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/parzifal-versand.de\/product_info.php?products_id=292\">Vorwort zu &#8222;W. Mattern: Ufos &#8211; letzte Geheimwaffe des 3. Reiches?&#8220;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1947 erschien in Argentinien ein Buch mit dem unzweideutigen Titel \u201eHitler lebt\u201c. In diesem Werk berichtet der Exil-Ungar Ladislao Szabo \u00fcber Adolf Hitlers angebliche Flucht aus Berlin in eine unterirdische Basis in Neuschwabenland, die auch als St\u00fctzpunkt einer Flotte deutscher Flugscheiben gedient habe. Warum aber sorgte diese unglaubw\u00fcrdige Geschichte zwei Jahre nach dem Ende des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":148,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[65,66,64,63],"class_list":["post-147","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-leseproben","tag-antarktis","tag-highjump","tag-hitler","tag-neuschwabenland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/147","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=147"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/147\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":149,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/147\/revisions\/149"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}