{"id":170,"date":"2024-11-02T10:41:26","date_gmt":"2024-11-02T10:41:26","guid":{"rendered":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=170"},"modified":"2024-11-02T10:41:26","modified_gmt":"2024-11-02T10:41:26","slug":"karl-penkas-die-herkunft-der-arier-nach-140-jahren-noch-immer-aktuell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=170","title":{"rendered":"Karl Penkas \u201eDie Herkunft der Arier\u201c \u2013 nach 140 Jahren noch immer aktuell"},"content":{"rendered":"<p>Der am 26. Oktober 1847 im m\u00e4hrischen M\u00fcglitz geborene und zwischen 1873 und 1906 als Gymnasialprofessor am Maximiliansgymnasium in Wien wirkende Philologe und Anthropologe Karl Penka gilt heute als \u201eWegbereiter einer rassistischen und antisemitischen Sprach-, V\u00f6lker- und Altertumskunde\u201c. Sein \u201eVergehen\u201c: Er vertrat die wissenschaftlich fundierte Ansicht, da\u00df die Arier, also die Indogermanen, aus Nordeuropa stammen.<br \/>\nDies begr\u00fcndete er vor allem mit Ergebnissen der damals noch jungen Rasseforschung. Fast 140 Jahre nach Ver\u00f6ffentlichung seiner grundlegenden Schrift \u00fcber die \u201eHerkunft der Arier\u201c haben sich, sehr zum \u00c4rger der heutigen Kritiker, viele Thesen Penkas als richtig herausgestellt. So war Penka einer der ersten, der nahelegte, da\u00df die Verbindung heller Haut, heller Haare und blauer Augen nur in Nordeuropa entstanden sein k\u00f6nne, was durch die Genetik heute best\u00e4tigt wird.<em> \u201eDa der Urmensch gewi\u00df nicht blond, blau\u00e4ugig und wei\u00dfh\u00e4utig war, wo h\u00e4tten sonst die Arier diese Eigenschaften erwerben k\u00f6nnen als in Mitteleuropa w\u00e4hrend der sog. Eiszeit?\u201c<\/em>1<\/p>\n<p>Auch widmete er sich der wieder aktuell gewordenen Frage nach dem Ursprung der indogermanischen Sprachen, die er anders als schon damals viele Gelehrte nicht in S\u00fcdru\u00dfland, sondern in Skandinavien verortete:<em> \u201e&#8230; Also auch in S\u00fcdru\u00dfland und den angrenzenden polnischen L\u00e4ndern treten uns in der neolithischen Zeit echte Arier entgegen und zwar mit derselben Kultur, wie sie in Skandinavien bestand. Es entsteht nun die Frage: Sind die Arier Skandinaviens aus S\u00fcdru\u00dfland und den angrenzenden polnischen L\u00e4ndern gekommen oder hat umgekehrt die Bewegung von Skandinavien aus nach dem S\u00fcden und S\u00fcdosten stattgefunden? Schon die Pr\u00fcfung der arch\u00e4ologischen Tatsachen allein \u2014 von allen andern Momenten abgesehen \u2014 f\u00fchrt uns zu dem Schlusse, da\u00df von Skandinavien aus und nicht umgekehrt die Bewegung stattgefunden haben m\u00fcsse, da\u00df also nur Skandinavien als die Heimat der Arier angesprochen werden k\u00f6nne.\u201c Zugleich widerlegte er schon damals die Steppenthese: \u201eNehmen wir also S\u00fcdru\u00dfland und die angrenzenden polnischen L\u00e4nder als die Heimat der Arier an, dann m\u00fcssen wir zugleich annehmen, da\u00df dieselben noch mit der Kultur des pal\u00e4olithischen Menschen in Skandinavien eingewandert sind, da\u00df sie also in ihrer Heimat vor ihrer ersten Trennung \u00fcber die pal\u00e4olithische Kultur nicht hinaus gekommen sind, eine Annahme, der die Ergebnisse der linguistischen Pal\u00e4ontologie, die das arische Urvolk bereits als Viehz\u00fcchter, Ackerbauer und im Besitze fester Wohnungen erscheinen lassen, schroff gegen\u00fcberstehen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auch die Einsch\u00e4tzung, da\u00df die Semiten, die \u201esemito-iberische Rasse\u201c, sich in <em>\u201ekraniologischer wie \u00fcberhaupt in anthropologischer Hinsicht unter allen Rassen am n\u00e4chsten an die arische anschlie\u00dft\u201c,<\/em> wird heute durch die Genetik best\u00e4tigt. Die fr\u00fcheste Y-Haplogruppe der Europ\u00e4er I trennte sich von der ihr verwandten, im Vorderen Orient und dem Kaukasus dominant verbreiteten Y-Haplogruppe J um 30.000 v. Chr.<\/p>\n<p>Weitsichtig erweist sich auch die Feststellung, da\u00df die <em>\u201eVorfahren der &#8230; Brachycephalen Europas &#8230; aus Asien\u201c stammen, dem \u201eAusstrah- lungscentrum aller Brachycephalen der Erde\u201c und \u201eErst in Europa &#8230; ihre Sprachen mit arischen vertauschten und mit den eigentlichen Ariern \u2014 den blonden Dolichocephalen \u2014 zu sprachlich-ethnischen Einheiten verschmolzen, vielfach sich auch mit ihnen vermischten und hierdurch die Entstehung von Mischrassen hervorriefen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>In seinen Ver\u00f6ffentlichungen erf\u00fcllte Penka stets hohe wissenschaftliche Anspr\u00fcche und w\u00fcrdigte und zitierte ausgiebig die aktuelle Literatur zum aktuellen wissenschaftlichen Stand. Wertvoll bis heute wird das Werk neben der grunds\u00e4tzlichen Erkenntnisse vor allem durch die anthropologischen Details, die man in heutigen Ver\u00f6ffentlichungen nicht mehr findet.<br \/>\nAuch die folgenden Zitate aus seinem Werk verdeutlichen den hohen Sachverstand des Verfassers, der als einer der ersten gelten kann, die Nordeuropa als Urheimat der Indogermanen erkannten:<br \/>\n<em>\u201eW\u00e4re die arische (blonde dolichocephale) Rasse eine zoologische oder botanische Variet\u00e4t, so w\u00e4re die arische Heimatfrage l\u00e4ngst schon entschieden. In der Zoologie und Botanik ist es n\u00e4mlich von je her Grundsatz gewesen, die mittlere Region des Verbreitungs- bezirkes irgend einer Species oder Variet\u00e4t als den urspr\u00fcnglichen Herd und Ausgangspunkt derselben zu betrachten. Wenden wir diesen Grundsatz auf unsere Frage an, so kann kein Zweifel sein, da\u00df nur Skandinavien und zwar speziell der s\u00fcdliche und mittlere Teil desselben als arische Urheimat betrachtet werden k\u00f6nne. Denn dieses ist der eigentliche Mittelpunkt des Verbreitungsbezirkes der blonden Rasse, die Region, wo sich dieselbe von jeher am vollkr\u00e4ftigsten entwickelt hat. Je weiter wir uns von diesem Mittelpunkte nach Norden oder S\u00fcden, nach Westen oder Osten entfernen, um so schw\u00e4cher und seltener tritt uns dieser Typus entgegen, bis er endlich an den \u00e4u\u00dfersten Grenzen der arischen Sprach- und V\u00f6lkerwelt fast gar nicht mehr aufzutreten erscheint\u2026\u201c<\/em><br \/>\n<em>\u201eEs kann also\u201c, so Penka, \u201ekein Zweifel dar\u00fcber sein, da\u00df nur der blonde dolichocephale (germanisch-skandinavische) Typus es ist, der als der eigentlich arische Typus angesehen werden mu\u00df. Von dieser Seite also ergibt sich kein Bedenken gegen die Annahme, da\u00df die Urbewohner Schwedens, beziehungsweise Skandinaviens echte Arier waren.<br \/>\nAuch die Ergebnisse der vergleichenden Sprachwissenschaft stehen im besten Einklange mit den Resultaten der Anthropologie. W\u00e4hrend in den Sprachen aller jener arischen V\u00f6lker, deren anthropologischer Charakter haupts\u00e4chlich durch das turanische Element bestimmt wird, sich zugleich alle oder doch die meisten jener Laute finden, die den ural-altaischen Sprachen eigent\u00fcmlich sind (Palatale, mouillierte Laute usw.), fehlen diese Laute charakteristischer Weise der altarischen Grundsprache, aber auch den Sprachen jener arischen V\u00f6lker, die den altarischen Typus am reinsten bewahrt haben, so vor allem den Sprachen der skandinavischen V\u00f6lker, wo sich Spracherscheinungen wie die erw\u00e4hnten nur ganz ausnahmsweise nachweisen lassen. Dadurch eben bilden diese Sprachen einen bedeutsamen Gegensatz zu den Sprachen der Slaven, Litauer, Romanen usw., ein Gegensatz, der zugleich in der anthropologischen Verschiedenheit der diese Sprachen redenden V\u00f6lker sein Gegenst\u00fcck und seine Begr\u00fcndung findet.\u201c <\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/parzifal-versand.de\/product_info.php?products_id=210\">Buch bestellen<\/a><\/p>\n<p>________________<\/p>\n<blockquote><p>1) Die fr\u00fcheste nachweisliche Verbindung dieser Komponenten findet sich bei um 5500 v. Chr. verstorbenen Menschen aus dem schwedischen Motala. Die Depigmentation der Haut war in Nordeuropa aber schon vor 10.000 v. Chr. verbreitet. Siehe dazu Kr\u00fcger, Dennis: Hyperborea. Der Mensch aus dem Norden in der Fr\u00fchgeschichte. 2. Aufl. Bottrop (2018), S. 31 f.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der am 26. 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