{"id":181,"date":"2024-11-29T18:06:55","date_gmt":"2024-11-29T18:06:55","guid":{"rendered":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=181"},"modified":"2024-11-30T13:58:28","modified_gmt":"2024-11-30T13:58:28","slug":"ernst-krause-und-die-urgeschichte-der-arier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=181","title":{"rendered":"Ernst Krause und die Urgeschichte der Arier"},"content":{"rendered":"<p>Die Idee, da\u00df die Indogermanen aus Nordeuropa stammen, kam erstmals Ende des 17. Jahhunderts auf und war verbunden mit dem Namen Olof Rudbeck (d. \u00c4lteren). Doch erst Ende des 19. Jahrhunderts nahmen vor allem deutsche Gelehrte den versch\u00fctteten Faden wieder auf und untermauerten diese Idee mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Sprachforschung, der noch in den Kinderschuhen steckenden Arch\u00e4ologie sowie der noch jungen Rassenkunde.<br \/>\nNeben Karl Penka ist hier der 1839 im brandenburgischen Zielenzig geborene Ernst Krause zu nennen, dessen Geburtstag sich am 22. November zum 185. mal j\u00e4hrte. Nach abgeschlossener Apotheker-Lehre und Erlangung des Apotheker-Staatsexamen verfa\u00dfte Krause f\u00fcr Zeitungen und Journale, darunter die Gartenlaube, Gegenwart, Prometheus, Unsere Zeit, \u00dcber Land und Meer, die Leipziger Illustrierte Zeitung, die T\u00e4gliche Rundschau und die Vossische Zeitung. Daneben ver\u00f6ffentlichte er eigene B\u00fccher \u00fcber die \u201eNaturgeschichte der Gespenster\u201c und \u00fcber Botanik. Nach Teilnahme am Deutsch-Franz\u00f6sischen Krieg 1870\/71 als Stabs-Apotheker, wurde Krause 1874 auf Antrag an der Universit\u00e4t in Rostock mit seiner 1866 ver\u00f6ffentlichten Schrift Die botanische Systematik in ihrem Verh\u00e4ltnis zur Morphologie promoviert. Er gr\u00fcndete auf Anregung Haeckels 1877 die Zeitschrift Kosmos. Zeitschrift f\u00fcr einheitliche Weltanschauung auf Grund der Entwicklungslehre in Verbindung mit Charles Darwin und Ernst Haeckel sowie einer Reihe hervorragender Forscher auf den Gebieten des Darwinismus.<br \/>\nIm Auftrag des Vereins f\u00fcr die deutsche Literatur schrieb Krause eine popul\u00e4re, darwinistisch gepr\u00e4gte Sch\u00f6pfungsgeschichte. Das Buch erschien unter dem Pseudonym Carus Sterne und unter dem Titel Werden und Vergehen im Jahr 1876 und erlebte bis 1905 sechs Auflagen.<br \/>\nSeit dem Beginn der 1890er-Jahre befa\u00dfte sich Krause der germanischen Vorgeschichte und ver\u00f6ffentlichte zwei beachtenswerte Werke: \u201eTuisko-Land &#8211; der arischen St\u00e4mme und G\u00f6tter Urheimat. Erl\u00e4uterung zum Sagenschatze der Veden, Edda, Ilias und Odyssee\u201c (Glogau 1891) sowie \u201eDie Trojaburgen Nordeuropas. Ihr Zusammenhang mit der indogermanischen Trojasage von der entf\u00fchrten und gefangenen Sonnenfrau\u201c (Glogau 1893). Im erstgenannten Werk, dem dieser Auszug entnommen ist, f\u00fchrte er mit Hilfe der j\u00fcngste wissenschaftlichen Erkenntnisse den Nachweis, da\u00df sich die hellh\u00e4utigen blonden Indogermanen (\u201eArier\u201c) in Nordeuropa herausbildeten, und zwar als \u201edie blondeste Rasse Europas&#8230; zu\u00adgleich und seit Urzeiten die im Wuchse gr\u00f6\u00dfte und fruchtbarste von allen\u201c, wie der Autor konstatierte. \u201eWenn wir uns irgend einen Begriff von der Entstehung der Menschenrassen machen sollen, so Krause zur Begr\u00fcndung, \u201eleiten uns alle Er\u00adfahrungen dahin, da\u00df sie von einem gewissen Himmelsstrich, Klima, Boden\u00adbeschaffenheit, Nahrung u.s.w. hervorgebracht wurden, und da\u00df diese be\u00adstimmte Zone auch in der Folge, wenn nicht gewaltsame Ver\u00e4nderungen eintreten, dasjenige Land bleiben wird, wo die ihm angeh\u00f6rige Rasse am besten gedeiht.\u201c<br \/>\nAufgrund ihres \u201eseit Urzeiten bet\u00e4tigten Wandertriebes\u201c gelangten die Indogermanen in den S\u00fcden und S\u00fcdosten, wo sie sich teils mit der Urbev\u00f6lkerung vermischten oder im Laufe der Jahrhunderte zugrunde gingen. Einige St\u00e4mme jedoch, so der Autor, \u201ehaben sich oasenhaft an manchen Punkten &#8230; erhalten, und zwar meist dadurch, da\u00df sie sich ins Gebirge zur\u00fcck\u00adzogen, dessen Klima dem heimatlichen n\u00e4her stand, und von Vermischung mit der dunklen, sie umwohnenden Rasse zur\u00fcckhielten.\u201c Als Beispiele nennt Krause die  Osseten des Kaukasus, das Bergvolk der Kurden, die Kafirs oder Siah Posch aus dem afghanischen Hochland sowie die Kabylen des Atlas-Gebirges.<br \/>\nUnterst\u00fctzung fand der Biologe in der Sprachforschung, denn \u201e&#8230;nach der Gemeinsamkeit der Wortwurzeln zu schlie\u00dfen, sind den arischen V\u00f6lkern der \u00e4ltesten Zeit nur solche Tiere (B\u00e4r, Wolf) und Pflanzen (Birken, Buchen) bekannt gewesen, welche in der gem\u00e4\u00dfigten Zone und zum Teil nur in Nordeuropa zu Hause sind, w\u00e4hrend sich eine Bekanntschaft mit der Tier- und Pflanzenwelt des s\u00fcdlichen Asiens, mit L\u00f6wen, Tigern und Palmen, nur bei dem irani\u00adschen Zweige der indogermanischen Familie nachweisen lasse.\u201c<br \/>\n\u201eIn Indien\u201c, so KRause weiter, \u201enahmen nat\u00fcrlich die wei\u00dfen Eroberer und Krieger die oberste Kaste ein, und derselbe Vorgang scheint auch in Nord- und S\u00fcdeuropa sehr oft stattgefunden zu haben; denn auch hier unterwarf die aus dem Norden kommende hochgewachsene wei\u00dfe Rasse sehr oft die \u201adunklen Zwerge\u2018, deren Land sie eroberte. So f\u00fchrt z. B. Tacitus (Germania c. 43) die Arier als eins der wildesten und m\u00e4chtigs\u00adten V\u00f6lker Norddeutschlands an und schreibt ihm eine n\u00e4chtliche Angriffsweise mit schrecklich bemalten Gesichtern zu, der niemand widerstehen k\u00f6nne. Seine Schilderung erinnert lebhaft an Odins wil\u00adde Jagd. Das vollst\u00e4ndigste Gegenst\u00fcck zu dem Auftreten der Arier in Indien lieferten aber sp\u00e4ter die Longobarden in Italien, sofern sich ihre Freien im Gegensatz zu den Leibeigenen als Arimanni, Armanni oder Germani bezeichneten, was demnach gleichbedeutende W\u00f6rter w\u00e4ren. Das ganze Land nannte sich auch Arimannia. Dieser Vorgang war aber nur eine Wiederholung dessen, was schon in vorgeschichtli\u00adcher Zeit geschehen; denn der Name der R\u00f6mer Romani scheint nach Penka ebenso auf eine alte Grundform Aramani oder Ariomani zu\u00adr\u00fcckzuf\u00fchren, wie der Name der Stadt Rimini auf das alte Ariminum, eine Ansiedelung blonder Leute. F\u00fcr diese Ableitung des Namens der R\u00f6mer von Ariomani scheint mir namentlich zu sprechen, da\u00df sie sich selber unter diesem Namen gerade wie bei den indischen Ariern und Longobarden ihren Leibeigenen gegen\u00fcberstellten. Denn ihr Name verna f\u00fcr den letzteren bedeutet doch wohl wieder den Farbi\u00adgen. Als Seitenst\u00fcck dazu ist die gallische V\u00f6lkerschaft der Arverner (jetzt Auvergner) zu nennen, deren Name als Wei\u00dffarbene zu deuten ist.\u201c<br \/>\nAls scharfsinnig erweist sich auch Krauses Er\u00f6rterung des Verh\u00e4ltnisses zwischen Herrenschicht und unterworfener Bev\u00f6lkerung in Mitteleuropa:<br \/>\n\u201eSoviel ist sicher, und die et\u00adwas j\u00fcngeren Funde aus der La Tene-Zeit (aus den Pfahlbauten von La Tene am Neuenburger See) best\u00e4tigen es weiter, da\u00df dem Pfahl\u00adbauer schon damals ein wohl entwickelter F\u00fchrer- und Kriegerstand, der ein fortgeschrittenes Waffenhandwerk besch\u00e4ftigte, sch\u00fctzend zur Seite stand. Vielleicht waren das Krieger aus arischem Stamm, w\u00e4h\u00adrend unter der Ackerbau treibenden Bewohnerschaft Kurzsch\u00e4del schon in den \u00e4ltesten schweizerischen Pfahlbauten, die noch der sp\u00e4\u00adteren Steinzeit angeh\u00f6ren, nach Virchow das zweifelloseste \u00dcberge\u00adwicht behaupten; wobei aber zu beachten ist, da\u00df die arischen Her\u00adren vielleicht ihre Leichen verbrannten, so da\u00df das Vorwiegen der begrabenen Kurzsch\u00e4del nur scheinbar w\u00e4re. Das Forschungsmateri\u00adal, das die Pfahlbaufunde nach dieser Richtung hin liefern, ist nicht gerade bedeutend, indessen l\u00e4\u00dft es soviel erkennen, da\u00df Langsch\u00e4\u00addel in diesen Ansiedelungen erst sp\u00e4ter wieder zunehmen; es entstand eine Mischrasse, in der zeitweise, namentlich in der Bronzezeit, das letztere Element im \u00dcbergewicht war, w\u00e4hrend heute in S\u00fcd\u00f6ster\u00adreich, S\u00fcddeutschland, der Schweiz und Frankreich das dunkle, kurz\u00adk\u00f6pfige Element das Feld behauptet hat. ich glaube, wie gesagt, nicht, da\u00df die Arier ihnen den Ackerbau gebracht haben, der sich vielmehr naturgem\u00e4\u00df aus ihrer althergebrachten Viehzucht entwi\u00adckeln mu\u00dfte; aber sie lieferten ihnen ein anderes, nicht weniger wichtiges Element f\u00fcr die Erstarkung ihrer Gemeinwesen, J\u00e4ger, die das Wild ausrotteten, Krieger und Besch\u00fctzer, und vor allem Herren und Anf\u00fchrer um Kriege.\u201c<br \/>\nKrauses Fazit:<br \/>\n\u201eIm Wesentlichen war es \u00fcberall die der arischen Rasse eigene Willenskraft und der vor keinem Hindernis zur\u00fcckschreckende Un\u00adternehmungsgeist, der ihr die Herrschaft \u00fcber die oft an Kultur, nicht selten an Erfindungsgabe \u00fcberlegenen dunklen Rassen sicherte.\u201c<br \/>\nDie heutige Forschung zeigt, da\u00df Krause mit seinen Erkenntnissen wesentlich n\u00e4her an der Realit\u00e4t lag, als die damaligen Fachgelehrten, die Krauses Arbeiten seinerzeit fast einhellig ablehnten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/parzifal-versand.de\/product_info.php?products_id=309\">Ernst Krause: Die Urgeschichte der Arier kaufen <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Idee, da\u00df die Indogermanen aus Nordeuropa stammen, kam erstmals Ende des 17. Jahhunderts auf und war verbunden mit dem Namen Olof Rudbeck (d. \u00c4lteren). Doch erst Ende des 19. Jahrhunderts nahmen vor allem deutsche Gelehrte den versch\u00fctteten Faden wieder auf und untermauerten diese Idee mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Sprachforschung, der noch in den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":186,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[32,5],"tags":[24,22,97,92],"class_list":["post-181","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-beitraege-zur-fruehgeschichte","category-veroeffentlichungen","tag-arier","tag-indogermanen","tag-krause","tag-rasse"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/181","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=181"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/181\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":187,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/181\/revisions\/187"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/186"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=181"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=181"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=181"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}