{"id":196,"date":"2024-12-22T15:55:07","date_gmt":"2024-12-22T15:55:07","guid":{"rendered":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=196"},"modified":"2024-12-22T15:55:07","modified_gmt":"2024-12-22T15:55:07","slug":"die-ueberlieferung-der-herkunft-von-hebraeern-und-israeliten-in-den-ariomantischen-briefen-des-lanz-von-liebenfels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=196","title":{"rendered":"Die \u00dcberlieferung der Herkunft von Hebr\u00e4ern und Israeliten in den Ariomantischen Briefen des Lanz von Liebenfels"},"content":{"rendered":"<p>In seinen Ariomantischen Briefen, die nun erstmals zusammenh\u00e4ngend in mehreren B\u00e4nden ver\u00f6ffentlicht werden, greift der Begr\u00fcnder der Ariosophie eine ganze Reihe von esoterischen \u00dcberlieferungen auf. In dem im 3. Band der Reihe enthaltenen Brief Nr. 28 (\u00dcber die Priesterschaft des Pythagoras und Brahma) befa\u00dft sich Lanz unter anderem mit der nordischen Abstammung der urspr\u00fcnglichen Hebr\u00e4er. Lanz leitet diesen Stamm von den Amoritern ab, die wiederum Nachfahren der in den S\u00fcden ausgewanderten Kimbern seien. Deren aus der \u201evon den arisch-nordischen V\u00f6lkern der Meder, Perser und Armenier besiedelten\u201c Stadt Ur in Chald\u00e4a ausgewanderte Stammvater Abram verkehrte laut Lanz \u201emit den Engeln, ja er bewirtet sie sogar, ist also der Stifter und Prediger der von ihnen verk\u00fcndeten Religion und der Diener des theonischen Elektrozoons \u201aMambre\u2018 oder \u201aMimra\u2018, des h\u00f6chsten Sonnen-Engels, des Logos.\u201c1 Das biblische Buch Lur. III, 36, nennt Arphaxad als Urgro\u00dfvater des Eber, des Stammheros der Hebr\u00e4er, der wiederum ein Sohn des Sems und Enkel des Noa gewesen sei.<br \/>\nAuch der Symbolkundler Herman Wirth hatte den Amoritern aus sprach- und symbolkundlichen Erw\u00e4gungen heraus eine nordische Herkunft bescheinigt, die bereits zuvor von einigen Pr\u00e4historikern, darunter Ernst Krause,2 konstatiert worden war.<br \/>\nAuch die von den Hebr\u00e4ern abstammenden Israeliten unter ihrem F\u00fchrer Moses-Musaeus seien Lanz zufolge als nordischer Stamm aufzufassen.<br \/>\nJahweh sei identisch mit El, jenem Himmelsgott, den Jesus noch am Kreuz anrief, und der mit dem germanischen Wotan gleichgesetzt werden k\u00f6nne, wie Lanz bemerkt: \u201eDer biblische Gott \u201eSabaoth\u201c, das ist der \u201eHerr der Engelscharen\u201c, den \u00fcbrigens auch die Griechen sehr gut kennen als \u201eSabazios\u201c, der ein Sohn der Kybele ist, und vielfach auch als identisch mit Dionysos (= Jakchos = Jahweh) aufgefa\u00dft wird. Der biblische Gott \u201eSabaoth\u201c ist demnach genau dasselbe, wie der nordische Walk\u00fcrengott Wodan, der \u201ewilde Jaga\u201c = Jakchos = Jahweh!\u201c<br \/>\n Und Mosis entspricht demnach sowohl dem Orpheus als auch dem Musaeas von Athen. \u201eDer Zug des Moses durch die W\u00fcste\u201c, so Lanz in Brief Nr. 26 (\u201eDie Priesterschaft des Orpheus\u201c), \u201eist vorgebildet durch die Welten\u00adwanderung des \u2014 Osiris, durch die Fahrt der Argonauten, (Orpheus der Substitut des biblischen Moses nimmt an der Reise der Argonauten teil) durch den Triumphzug des Bakchos und durch die Ausz\u00fcge der nordischen Urg\u00f6tter und \u00fcberhaupt durch die sich \u00fcber die ganze West hin verbreitenden Wanderz\u00fcge der nordisch-arischen V\u00f6lker, aus denen j\u00e4hrlich zur Fr\u00fchjahrszeit, zu Ostern (!) die Jungmannschafien und Weihefr\u00fchlinge auf Abenteuer in alle L\u00e4nder der Welt ausgesandt wurden. Das speziell n\u00e4chstliegende Vorbild f\u00fcr die Bibel war die Heerfahrt des Osiris. Osiris ist n\u00e4mlich identisch einerseits mit Aesir = Asengott, andererseits mit Issuru-el = Gott Israel = Jahveh, alle diese Aus- und Umz\u00fcge sind die Vorbilder des biblischen Buches Exodus und der W\u00fcstenwanderung des \u201eIsraelvolkes\u201c, das von Engeln Issuri gef\u00fchrt und geleitet wird.\u201c<br \/>\nF\u00fcr die heutigen Juden gelte diese Abstammung laut Lanz jedoch nicht, da sie \u201eebenso\u00adwenig Rassenblut von den Urisraeliten in sich haben, wie die heutigen Inder, Griechen und S\u00fcd-Italiener von den alten Indoariern, Hellenen und R\u00f6mern.\u201c<br \/>\nDie Unterscheidung zwischen urspr\u00fcnglichen Hebr\u00e4ern und Israeliten einerseits und heutigen Juden andererseits d\u00fcrfte Lanz laut Biograph Horst Lorenz auch bei dem j\u00fcdischen Autoren Oskar Goldberg (1885 \u2013 1952) vorgefunden haben. Dieser vertrat die These, da\u00df die Hebr\u00e4er den \u201eh\u00f6heren Gottesbegriff erst begr\u00fcndet\u201c, da sie als erstes Volk die Vorstellung Gottes als Tier abgelehnt h\u00e4tten.3 Abgesehen von der Unrichtigkeit dieser These ist es interessant, da\u00df trotz des dem Lanz vorgeworfenen starken Antisemitismus auch Juden wie Moritz Altsch\u00fcler4 und Karl Kraus zum Freundeskreis des Lanz z\u00e4hlten und er selbst auch in der damaligen \u201eMonumenta Judaica\u201c publizierte. Hier schrieb er u.a.: \u201eBei der Beteiligung sehe man strenge auf (alte, gut germanische, bei Juden auf echt israelitische) Abstammung.\u201c5<br \/>\n\u201eDas zeitgen\u00f6ssische Judentum\u201c, so Lanz-Biograph Horst Lorenz, \u201everdeutlichte f\u00fcr Lanz schlicht eine \u201amediteran-mongolide\u2018 Mischrasse, mit teils \u201aheroischem\u2018 Einschlag, der sich zum Teil sogar noch \u201aaus dem israelischen Urvolk\u2018 erhalten habe.\u201c6 \u201eDiesem Judentypus\u201c, so Lanz, \u201eentstammen sehr viele Genies, die sich teils durch hervorragenden Intellekt, teils durch ehrenwerten Charakter auszeichnen&#8230;\u201c7<br \/>\nEinen stumpfen Antisemitismus findet man trotz aller gegenteiligen Behauptungen bei Lanz nicht.<br \/>\n\u201eUm allen Irrt\u00fcmern von vorneherein zu begegnen, bemerke ich ausdr\u00fccklich, da\u00df ich in der \u201aOstara\u2018 und in all meinen Schriften nicht den Wald- und Wiesenantisemitismus vertrete und keinen Kampf gegen die &#8230; j\u00fcdische Konfession f\u00fchre\u201c stellte Lanz bereits in \u201eOstara\u201c Nr. 3 (1905) klar.<\/p>\n<p>Weitere Hintergr\u00fcnde in der Ver\u00f6ffentlichung<a href=\"https:\/\/parzifal-versand.de\/product_info.php?products_id=314\"> &#8222;Die Ariomantischen Briefe. Band 3&#8220;<\/a><\/p>\n<p>Anmerkungen:<br \/>\n1) Die zur Unterst\u00fctzung dieser These hier angef\u00fchrte Bibelstelle (I. Macchabaei, XII, 21), derzufolge ein Spartaner in einem Brief an die Juden die gemeinsame Abstammung von Abram betonte, ist vor dem Hintergrund der mittelalterlichen Abschriften bzw. Neuverfassungen antiker Schriften durch christliche M\u00f6nche und deren damalige Praxis, allen Kulturv\u00f6lkern eine abrahimitische Abstammung anzudichten, mit Zur\u00fcckhaltung zu begegnen.<br \/>\n2) Ernst Krause: Die Urgeschichte der Arier. Bottrop 2024, S. 18.<br \/>\n3) Horst Lorenz:  Lanz von Liebenfels. Theozoologie und Ariosophie. Radolfzell 2010, S. 168 ff.<br \/>\n4) Rabbiner Altsch\u00fcler war auch Mitglied der \u201eList-Gesellschaft\u201c.<br \/>\n5) Siehe Lanz (2021), S. 4 f.<br \/>\n6) Lorenz a.a.O., S. 75.<br \/>\n7) Ostara Nr. 40 (1910), S. 7. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seinen Ariomantischen Briefen, die nun erstmals zusammenh\u00e4ngend in mehreren B\u00e4nden ver\u00f6ffentlicht werden, greift der Begr\u00fcnder der Ariosophie eine ganze Reihe von esoterischen \u00dcberlieferungen auf. In dem im 3. Band der Reihe enthaltenen Brief Nr. 28 (\u00dcber die Priesterschaft des Pythagoras und Brahma) befa\u00dft sich Lanz unter anderem mit der nordischen Abstammung der urspr\u00fcnglichen Hebr\u00e4er. 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