{"id":232,"date":"2025-05-27T07:46:58","date_gmt":"2025-05-27T07:46:58","guid":{"rendered":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=232"},"modified":"2025-05-27T07:46:58","modified_gmt":"2025-05-27T07:46:58","slug":"dorische-wanderung-und-seevoelkersturm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=232","title":{"rendered":"Dorische Wanderung und Seev\u00f6lkersturm"},"content":{"rendered":"<p>Die Dorische Wanderung galt lange Zeit als ein wesentlicher Aspekt der \u00dcbergangsperiode zwischen Bronze- und Eisenzeit: Um 1200 v. Chr. vollzieht sich innerhalb der bronzezeitlichen Kulturen der Mittelmeerwelt ein gewaltiger Umbruch: St\u00e4mme aus dem Norden dringen nach S\u00fcden vor und errichten auf den Tr\u00fcmmern der alten Welt neue Staaten und Reiche. Ein Aspekt der vor allem als \u201eSeev\u00f6lkersturm\u201c bekannten Epoche bezeichnet unter dem Begriff der \u201eDorischen Wanderung\u201c die Ankunft neuer St\u00e4mme im sp\u00e4teren Griechenland.<br \/>\nZur Entstehungszeit des Werkes von Franz Altheim stellte sich die \u201eDorische\u201c, damals auch als \u201e\u00c4g\u00e4ische\u201c Wanderung bezeichnet, als ein Ereignis dar, das ma\u00dfgeblich durch den Stamm der Illyr(i)er bestimmt worden sei, so da\u00df man auch von einer \u201eillyrischen Wanderung\u201c sprach.<\/p>\n<p><strong>Ausbreitung der &#8222;Illyrer&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Demnach hatte die Ausbreitung der Illyrer nach S\u00fcden und S\u00fcdosten um 1200 begonnen und stand, so Altheim, \u201eals treibende Kraft hinter den St\u00e4mmen indogermanischer Abkunft, die damals in den Mittelmeerraum einbrachen.\u201c Als die Dorer \u201eals dritte und letzte der griechischen Einwanderungs\u00adwellen nach S\u00fcden drangen, wurden sie\u201c, so Altheim, \u201egetrieben von dem Druck der n\u00f6rdlich sitzenden Illyrier. Im weiteren Verlauf haben sich beide St\u00e4mme vermischt. Eine der drei dorischen Phylen, die Hylleer, war illyrischer Abstammung, und \u201ahylleische\u2018 Sprachelemente fan\u00adden bis tief hinein nach Griechenland Verbreitung. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts ging der indogermanische Stamm der Phryger nach Kleinasien hin\u00fcber. Dort bereitete er dem Hethiter\u00adreich ein Ende. Auch damals sind illyrische Splitter mitgeschwemmt worden. Die Troas (Gebiet um Troja) scheint ein Mittelpunkt des Illyriertums gewesen zu sein; hier herrschte das K\u00f6nigshaus der Dardaner bis in den Beginn der geschichtlichen Zeit. Bis nach Bithynien sind illyrische Namensformen nachweisbar.\u201c<br \/>\nWas zur Zeit Altheims als \u201eillyrisch\u201c bezeichnet wurde, ist jedoch nichs anderes als eine s\u00fcd\u00f6stliche \u201efr\u00fchgermanische\u201c Stammesgruppe. Eines der Zentren dieser illyrischen Stammesgruppe l\u00e4\u00dft sich als \u201eLausitzer Kultur\u201c erfassen, die zwischen 1300 und 500 v. Zw. angesetzt wird. Da das Gebiet dieser Kultur um die Zeitenwende von den ostgermanischen St\u00e4mmen der Przeworsk-Kultur besiedelt war und es keine Hinweise auf gr\u00f6\u00dfere Wanderungsbewegungen in diesem Raum in der zweiten H\u00e4lfte des 1. Jahrtausends vor Christus gibt, geht man heute auch f\u00fcr die Lausitzer Kultur von einer (vor)germanischen sprachlichen Identit\u00e4t bzw. Ethnizit\u00e4t ihrer Tr\u00e4ger aus.<br \/>\nUm 1200 v. Zw., mit dem Beginn der Urnenfelderzeit, gingen aus diesem Raum Wanderungsz\u00fcge nach S\u00fcdosten aus, die kurz darauf den Balkanraum und Griechenland erreichten.<\/p>\n<p><strong>Naturkatastrophen als Abwanderungsgrund<\/strong><\/p>\n<p>Als eigentlichen Grund f\u00fcr die S\u00fcdwanderung von St\u00e4mmen aus dem Norden hat der Forscher J\u00fcrgen Spanuth \u00fcberzeugend das Auftreten einer Naturkatastrophe identifiziert, die als Phaeton-Sage bei den Griechen und als \u00dcberlieferung von Sekhmet bzw. Typhon bei den \u00c4gyptern bewahrt wurde. Beides bezeichnet offenbar einen Himmelsk\u00f6rper \u2013 einen Asteroiden oder Meteoriten \u2013, der auf die Erde st\u00fcrzte und dabei Erdbeben, eine lang anhaltende D\u00fcrre und einen Temperaturr\u00fcckgang ausl\u00f6ste. Solon l\u00e4\u00dft in einem Timaios-Dialog einen \u00e4gyptischen Priester referieren: \u201eEs haben schon viele und vielerlei Vertilgungen der Menschen stattgefunden und werden auch fernerhin noch stattfinden, die umf\u00e4nglichsten durch Feuer und Wasser, andere, geringere aber durch unz\u00e4hlige andere Ursachen. Denn was auch bei euch erz\u00e4hlt wird, da\u00df einst Phaethon, der Sohn des Helios, den Wagen seines Vaters bestieg und, weil er es nicht verstand, auf dem Wege seines Vaters zu fahren, Alles auf der Erde verbrannte und selber vom Blitze erschlagen ward, das klingt zwar wie eine Fabel, doch ist das Wahre daran die ver\u00e4nderte Bewegung der die Erde umkreisenden Himmelsk\u00f6rper und die Vernichtung von Allem, was auf der Erde befindlich ist, durch vieles Feuer, welche nach dem Verlauf (gewisser) gro\u00dfer Zeitr\u00e4ume eintritt.\u201c<br \/>\nMittlerweile l\u00e4\u00dft sich die Spanuth-These mit neuesten Forschungsergebnissen erh\u00e4rten: Auf der estnischen Insel Kaali wurden bereits vor einigen Jahren mehrere Krater entdeckt, die vom Einschlag eines wohl in mehreren Kilometer H\u00f6he auseinandergeborstenen Meteoriten stammen sollen. Der Hauptkrater hat einen Durchmesser von 110 m und ist 22 m tief. Die Kraft des Einschlags wird mit der Wirkung der Hiroshima-Atombombe verglichen (20 Kilotonnen TNT). W\u00e4hrend erste Sch\u00e4tzungen von einem Einschlagszeitraum um 6000 v. Zw. ausgegangen waren, datierten j\u00fcngere Untersuchungen das Ereignis auf die letzte H\u00e4lfte des 2. vorchristlichen Jahrtausends (3237 Jahre vor Heute), also genau auf den von Spanuth postulierten Zeitraum.<br \/>\nIn der finnischen Mythensammlung \u201eKalevala\u201c findet sich, wie auch in anderen Erz\u00e4hlungen nordischer V\u00f6lker, die Geschichte von der Befreiung der Sonne durch einen jungen Gott, wobei in dieser Version ein Funke auf die Erde st\u00fcrzt und eine Feuersbrunst ausl\u00f6st. In der sich anschlie\u00dfenden Eisenzeit wurde der Hauptkrater zu einem Kultplatz erkoren und mit Wallanlagen versehen.<br \/>\nDie Folge des Einschlags war eine mehrere Jahrhunderte andauernde Periode, die als \u201edunkles Zeitalter\u201c bezeichnet wird. Die Katastrophe verursachte die Zerst\u00f6rung vieler St\u00e4dte der fr\u00fchen antiken Hochkulturen \u2013 der Hethiter, Mykener und \u00c4gypter \u2013 sowie das Auftreten von Ernteausf\u00e4llen und damit verbundener Hungerkatastrophen, die vor allem St\u00e4mme aus dem Norden zum Verlassen ihrer Heimat zwang:  \u201eDie Bewohner der bronzezeitlichen Marschen\u201c so das Fazit des Forschers G\u00fcnther Kehnscherper, \u201ezogen auf der Suche nach einer neuen Heimat nach S\u00fcdosten, die Elbe aufw\u00e4rts, entlang den uralten Bernsteinstra\u00dfen und Handelswegen. Mit ihnen wanderte ein erheblicher Teil der Bev\u00f6lkerung J\u00fctlands und der norddeutschen Tiefebene ab.\u201c<\/p>\n<p><strong>Einwanderung nach Italien<\/strong><\/p>\n<p>Auch in Italien l\u00e4\u00dft sich die S\u00fcdwanderung der Fr\u00fchgermanen erfassen. Hier sind es mit den St\u00e4mmen des Nordens verwandte Gruppen, die als Italiker, Osker und Umbrer einen bedeutenden Wandel einl\u00e4uteten.<br \/>\nDa\u00df die Ankunft neuer St\u00e4mme im Mittelmeerraum als Folgeerscheinung und Abschlu\u00df einer Wanderung von St\u00e4mmen aus dem Norden anzusehen sei, war damals herrschender Konsens.<br \/>\n\u201eDie Einwanderung der aus den nachmaligen Latinern, Faliskern und Euganeern bestehenden Gruppe war demnach seit ihren Anf\u00e4ngen mit der illyrischen Ausbreitung nach S\u00fcdosten verkn\u00fcpft\u201c, wie Altheim darlegte. \u201eMit ihrem Einsetzen begann auch f\u00fcr die Italiker die Zeit der Wanderung. Mit dem Eindringen der Veneter ins Pogebiet und mit der eigenen Abdr\u00e4ngung \u00fcber den Apennin nach Mittelitalien schlo\u00df diese Epoche der latinischen Vorgeschichte ab. Sie wird dadurch zu einem Ereig\u00adnis, das zeitlich mit der dorischen Wanderung in Griechenland zu\u00adsammenf\u00e4llt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Politisch korrekte Geschichtsverdrehung<\/strong><\/p>\n<p>Die heutige Geschichtswissenschaft versucht demgegen\u00fcber jeden m\u00f6glichen Einflu\u00df aus dem Norden Europas auf andere Teile des Kontinentes oder gar der Welt in Abrede zu stellen.<br \/>\nSo hei\u00dft es bei Wikipedia, \u201edie These, da\u00df durch die Dorische Wanderung die Vorherrschaft der mykenischen Kultur beendet worden sei und die \u00fcbrigen griechischen St\u00e4mme mit ihren Bronzewaffen den Dorern mit ihrer mit Eisenwaffen ausger\u00fcsteten Reiterei unterlegen gewesen seien, gilt heute allgemein als \u00fcberholt, auch wenn sie sich noch in manch einem Schulbuch findet.\u201c<br \/>\nTats\u00e4chlich soll die \u00dcberlieferung von den Dorern, die auch Herakliden genannt wurden, \u201eeine sp\u00e4te Herkunftssage\u201c sein, da die Herakliden erstmals im sp\u00e4ten 6. Jahrhundert v. Zw. nachweisbar seien.<br \/>\nDie arch\u00e4ologischen Forschungen der letzten Jahrzehnte habe dar\u00fcber hinaus ergeben, da\u00df der Untergang der mykenischen Kultur Folge einer allgemeinen, \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum andauernden sozialen Krise gewesen sein mu\u00df, im Zuge derer eine Vielzahl von Faktoren zur Zerst\u00f6rung und Aufgabe der Palastzentren gef\u00fchrt hat. Dabei unternehmen Historiker die wundersamsten und l\u00e4cherlichsten Kunstgriffe, um die Naheliegende und ins Auge springende Wahrheit auszublenden.<br \/>\nDemnach soll es \u201einfolge innerer Wirren um 1100 v. Chr. zu einer zeitweiligen Aufgabe der Se\u00dfhaftigkeit gekommen sein, so da\u00df nicht fremde Einwanderer, sondern \u00fcberwiegend nur Teile der bereits einheimischen Bev\u00f6lkerung als Halbnomaden durch Hellas gewandert seien.\u201c<br \/>\nObwohl, das zumindest kann auch von der vorherrschenden Lehrmeinung nicht bestritten werden, \u201ein den Jahrzehnten nach 1200 v. Chr. die meisten bisher bekannten mykenischen Pal\u00e4ste auf dem griechischen Festland zerst\u00f6rt wurden, das Palastwirtschaftssystem zusammenbrach und es demographische Verschiebungen gab\u201c, sei f\u00fcr die Zeit um und nach 1200 v. Zw. dennoch kein Artefakt in Mittel- oder S\u00fcdgriechenland nachgewiesen, das eindeutig den Dorern zugeordnet werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Beweise f\u00fcr die S\u00fcdwanderung<\/strong><\/p>\n<p>Allerdings r\u00e4umt man dann wiederum ein, da\u00df eine v\u00f6llig neue, \u201egrobe, handgemachte Keramik, sogenannte Handgemachte Gegl\u00e4ttete Keramik (abgek\u00fcrzt HGK bzw. HBW = Handmade Burnished Ware) in einer Reihe mykenischer Siedlungen, u. a. auch in Mykene, oberhalb der Zerst\u00f6rungsschichten auftritt, die man allerdings nicht mit einer bestimmten \u201aEthnie\u2018 verbinden k\u00f6nne.\u201c \u201eSie mu\u00df\u201c, so Wikipedia weiter, \u201eauch nicht von Invasoren stammen, sondern auch von Fremdarbeitern oder S\u00f6ldnern, da sie \u2013 allerdings in sehr geringem Umfang \u2013 auch in Fundzusammenh\u00e4ngen entdeckt wurde, die vor den Zerst\u00f6rungen datieren (z. B. in Tiryns).\u201c<br \/>\nDen wohl bedeutendsten Beweis f\u00fcr die Ankunft neuer St\u00e4mme im Mittelmeerraum aber stellen erhaltene Schriftquellen der Herrscher des unter hethitischem Einflu\u00df stehenden Ugarit an der heutigen K\u00fcste Syriens dar. In einem Brief an den K\u00f6nig von Ala\u0161ija (Zypern) beschreiben sie einen See-Angriff auf ugaritische Gebiete durch ausl\u00e4ndische Schiffe, bei denen mehrere St\u00e4dte gepl\u00fcndert wurden. Richtig ist allerdings, da\u00df die St\u00e4mme aus dem Norden nicht f\u00fcr alle Zerst\u00f6rungen der Pal\u00e4ste und St\u00e4dte im Mittelmeerraum verantwortlich waren, sondern diese zumeist nach Naturkatastrophen wie Erdbeben bei ihrem Vormarsch vorfanden. Unzweifelhaft aber bezwangen die an der neuartigen Keramik erkennbaren Neuank\u00f6mmlinge ein Heer der Hethiter und pl\u00fcnderten deren verb\u00fcndete Stadt Ugarit, wie eine Quelle berichtet. Dabei f\u00fchrten die Nordst\u00e4mme auch Schwerter mit sich, die erstmals aus verh\u00fcttetem Eisen hergestellt worden waren und ein typisches Vogeldekor trugen.<br \/>\nVon Skandinavien und Norddeutschland, wo sich fr\u00fche Eisenerzeugnisse in schwedischen Gr\u00e4bern um 1400 v. Zw., ein eiserner Fingerring in Vorwohlde (Niedersachsen) um 1550 v. Zw. sowie zahlreiche Mei\u00dfel, Pfrieme, Nadeln und Ringe aus dem 11. Jahrhundert v. Zw. finden, l\u00e4\u00dft sich der Weg des Eisens entlang der S\u00fcdrouten der Urnenfelderleute nachvollziehen.<br \/>\nWarum die mykenische Kultur um 1200 trotz der Invasion aus dem Norden nicht unterging, sondern noch ca. 150 Jahre weiterbestand, l\u00e4\u00dft sich anhand von \u00fcberlieferten Sagen erkl\u00e4ren. Einer \u00dcberlieferung zufolge \u00fcberquerten die Dorer, nachdem ein Versuch, \u00fcber den Isthmus einzudringen, mi\u00dflungen war, im Verein mit \u00c4oliern den Golf von Korinth; sie wurden dabei angef\u00fchrt durch die Nachkommen des Herakles. W\u00e4hrend dieser \u201eR\u00fcckkehr der Herakliden\u201c schlug Herodot zufolge der Herakliden-F\u00fchrer Xanthos dem K\u00f6nig von Tegea einen Zweikampf vor, um \u00fcber das Schicksal dieser Region zu entscheiden. Als Hyllos verlor, sollen die Herakliden vertragsgem\u00e4\u00df weitergezogen sein und dieses Gebiet 100 Jahre vor weiteren Angriffen verschont haben. Das eroberte Land wurde schlie\u00dflich unter den drei Heraklidenbr\u00fcdern Aristodemos, Kresphontes und Temenos aufgeteilt. Ein Teil von Elis, Arkadien und Achaia verblieb den fr\u00fcheren Bewohnern.  Gegen 1050 v. Chr. setzen jedenfalls deutliche Ver\u00e4nderungen ein, wie man am \u00dcbergang der ornamentalen Keramik von sp\u00e4thelladischem IIIC-Stil zum submykenischen und protogeometrischen Stil verfolgen kann. Gleichzeitig nehmen Brandbestattungen zu.<br \/>\nAuch wenn die \u201eDorische Wanderung\u201c heute nicht mehr als Ursache f\u00fcr den Untergang der mykenischen Kultur angenommen wird, h\u00e4lt die Mehrzahl der Forscher \u201eeine langsame, gruppenweise Einwanderung von Dorern in nachmykenischer Zeit\u201c  f\u00fcr wahrscheinlich.  Von entscheidender Bedeutung f\u00fcr diese \u00dcberzeugung sind die f\u00fcr die vorangehende mykenische Zeitspanne fehlenden Spuren dorischen Dialekts in Schriftdokumenten, der in klassischer Zeit in weiten Teilen der Peloponnes, auf Kreta und den s\u00fcdlichen \u00c4g\u00e4isinseln gesprochen wurde. Auch die neue, sogenannte dorische Bauordnung sp\u00e4testens ab 900 v. Chr. unterstreicht die Einwanderung der Dorer in den vorangehenden Jahrhunderten. Die Dorer, die vor allem den S\u00fcden, S\u00fcdwesten und Osten der Halbinsel besiedelten, insbesondere die Landschaften Lakonien, Messenien, Argolis, Korinth und Megaris (um Megara),  sprachen einen eigenen (urspr\u00fcnglich als nordgriechisch bezeichneten) Dialekt, der nun neben den achaischen und ionischen Dialekt trat und in klassischer Zeit in weiten Teilen der Peloponnes, auf Kreta, den s\u00fcdlichen Kykladen und in den griechischen St\u00e4dten S\u00fcdwest-Kleinasiens gesprochen wurde.<br \/>\nDie bekannteste Entwicklung der Dorer war die Stadt Sparta, der Hauptort der Landschaft Lakonien und des Staates der Lakedaimonier, die als typisches Beispiel der Urform einer Herrschaft indogermanischer Einwanderer \u00fcber \u00fcberschichtete Einwohner gelten kann:<br \/>\nPolitische Teilhabe war in Sparta nur einer kleinen Minderheit von Vollb\u00fcrgern vorbehalten, den Spartiaten. Diese wurden wirtschaftlich von den unterdr\u00fcckten Heloten versorgt, die den bei weitem gr\u00f6\u00dften Teil der Bev\u00f6lkerung stellten. Eine dritte Gruppe waren die pers\u00f6nlich freien, aber politisch rechtlosen Peri\u00f6ken. Charakteristisch f\u00fcr Sparta war zudem das Doppelk\u00f6nigtum.<br \/>\nJ\u00fcngste genetische Forschungen st\u00fctzen mittlerweile das Szenario der europiden Einwanderungswelle im Rahmen des Seev\u00f6lkersturms: Eine Studie von Michal Feldman et al spricht von einer europiden Einwanderungswelle in Pal\u00e4stina am Ende der Bronzezeit, die sich aber nur wenige Jahrhunderte erh\u00e4lt, bevor sie weitgehend ausstirbt. Feldmann bezeichnet dies als Best\u00e4tigung des (nord-)europ\u00e4ischen Ursprungs der Philister.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/parzifal-versand.de\/product_info.php?products_id=243\">Franz Altheims Werk &#8222;Italien und die Dorische Wanderung&#8220; ist, erg\u00e4nzt um die Beitr\u00e4ge &#8222;Die Elchrune&#8220; und &#8222;Die Keltische Wanderung&#8220; beim Parzifal-Versand erh\u00e4ltlich.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Dorische Wanderung galt lange Zeit als ein wesentlicher Aspekt der \u00dcbergangsperiode zwischen Bronze- und Eisenzeit: Um 1200 v. Chr. vollzieht sich innerhalb der bronzezeitlichen Kulturen der Mittelmeerwelt ein gewaltiger Umbruch: St\u00e4mme aus dem Norden dringen nach S\u00fcden vor und errichten auf den Tr\u00fcmmern der alten Welt neue Staaten und Reiche. 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