{"id":240,"date":"2025-07-12T14:01:47","date_gmt":"2025-07-12T14:01:47","guid":{"rendered":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=240"},"modified":"2025-07-12T14:07:33","modified_gmt":"2025-07-12T14:07:33","slug":"herman-wirth-zum-140-geburtstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/forsite-verlag.de\/aktuell\/?p=240","title":{"rendered":"Herman Wirth zum 140. Geburtstag"},"content":{"rendered":"<p>Am 6. Mai 2025 j\u00e4hrte sich zum 140. mal der Geburtstag eines bedeutenden Fr\u00fchgeschichte- und Symbolforschers: Herman Wirth.<\/p>\n<p><strong>Jugend und Ausbildung<\/strong><\/p>\n<p>Am 6. Mai 1885 als Sohn des aus der deutschen Rheinpfalz stammenden Gymnasiallehrers Ludwig Wirth und seiner holl\u00e4ndischen Ehefrau Sophie Gijsberta, geborene Roeper Bosch, in Utrecht geboren, absolvierte Wirth erfolgreich seine Schullaufbahn und begann in seinem Heimatort ein Studium niederl\u00e4ndischer Philologie, Germanistik, Geschichte und Musikwissenschaft. Nach einigen Semestern setzte er sein Studium in Leipzig fort, wo seine bereits durch den Vater gef\u00f6rderte Vorliebe f\u00fcr die deutsche Kultur weiter zunahm.<br \/>\nNach Utrecht zur\u00fcckgekehrt, bestand Wirth 1908 sein Staatsexamen und promovierte 1910 mit der Arbeit \u201eDer Untergang des niederl\u00e4ndischen Volksliedes\u201c an der Universit\u00e4t Basel beim dortigen Volkskundler John Meier zum Doktor der Philosophischen Fakult\u00e4t (\u201eDr.phil.\u201c). Darauf ging er als Dozent f\u00fcr niederl\u00e4ndische Philologie an die Berliner Universit\u00e4t, wo er sich neben volkskundlichen Studien auch f\u00fcr die niederl\u00e4ndische Volksmusik engagierte. Die volkst\u00fcmliche Musik nahm zu dieser Zeit einen breiten Raum im Wirken des jungen Forschers ein. Er verfa\u00dfte neben seiner Dissertation noch zahlreiche weitere Schriften und Artikel zur Musikgeschichte, darunter das Werk \u201eNationaal-Nederlandsche muziekpolitiek\u201c (Amsterdam 1912), das Heft \u201eEin H\u00e4hnlein woll\u2018n wir rupfen: Neue Kriegslieder nach alten Texten und Weisen\u201c (Jena 1914) sowie den Vortrag \u201eDas niederl\u00e4ndische Volkslied vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert im Rahmen der Geistesgeschichte\u201c (Leipzig 1915). Zusammen mit einer Gruppe begeisterter Anh\u00e4nger organisierte er Veranstaltungen in denen fr\u00fch-niederl\u00e4ndische Musikdarbietungen mit Vortr\u00e4gen kombiniert wurden.<br \/>\nZu Beginn des Ersten Weltkrieges meldete sich Wirth freiwillig zum deutschen Milit\u00e4r. Aufgrund seiner niederl\u00e4ndischen Staatsangeh\u00f6rigkeit setzte ihn das Milit\u00e4r in der Zivilverwaltung im deutsch besetzten Belgien in Gent ein, wo er als Verbindungsmann zu den &#8211; deutschfreundlichen &#8211; fl\u00e4mischen Separatisten fungierte. Hier engagierte er sich stark f\u00fcr die fl\u00e4mischen Belange \u2013 f\u00fcr einige deutsche Offiziere sogar so \u00fcbertrieben, da\u00df er noch 1915 von seiner Position abberufen wurde.  Dennoch wurde Wirth nach seiner R\u00fcckkehr nach Berlin aufgrund seines pro-deutschen Engagements als geb\u00fcrtiger Niederl\u00e4nder 1916 von Kaiser Wilhelm II. zum Titularprofessor ernannt.<br \/>\n1916 heiratete Wirth seine zweite Ehefrau Margarete, die er im Rahmen der niederl\u00e4ndischen Musikveranstaltungen kennengelernt hatte. Die Tochter des Kunstmalers Prof. Eugen Vital Schmitt gebar ihrem Mann vier 1919, 1921, 1923 und 1929 geborene Kinder und stand dem Forscher als Lektorin und Zeichnerin zur Seite. Mit ihr teilte Wirth nicht nur weltanschauliche Positionen, sondern auch die Lebenseinstellung, darunter den Vegetarismus und die Abstinenz von Tabak und Alkohol.<br \/>\nUnabh\u00e4ngig von seiner deutschen Titulatur-Professur ohne weitere Rechte und Pflichten wirkte Wirth bis zum Kriegsende in Br\u00fcssel als fl\u00e4mischer Hochschullehrer und beteiligte sich an der Errichtung einer \u201eDeutsch-Fl\u00e4mischen Gesellschaft\u201c, in deren Rahmen auch eine \u201eGro\u00dfniederl\u00e4ndisch-Deutsche Zeitschrift\u201c geplant war.<br \/>\nNach dem Zusammenbruch 1918 gr\u00fcndete Wirth in den Niederlanden die b\u00fcndische Organisation \u201eLandsbond der dietsche Trekvogels\u201c, eine niederl\u00e4ndische Variante des Wandervogels. In diesem Zusammenhang erkannte er, da\u00df der deutschen Jugend bei allem v\u00f6lkischen Enthusiasmus die eigentliche geistige Urgrundlage fehlte: \u201eDenn da\u00df die Edda keine \u201agermanische Bibel\u2018 war &#8211; wie von \u201anordischen Glaubensbewegungen\u2018 damals (und sogar noch heute) mit tragischer Ehrfurcht angenommen wurde &#8211; das war mir soweit klar geworden. Aber was lag dahinter?\u201c Mit dieser Fragestellung verband sich der Beginn des \u201eSuchens und Tastens\u201c zur\u00fcck zur europ\u00e4ischen Geistesurgeschichte &#8211; lange vor dem Walhalla- und G\u00f6tterglaube der Germanen.<br \/>\nSeit 1922 war Wirth als stellvertretender Studienrat am Humanistischen Gymnasium in Sneek im niederl\u00e4ndischen Friesland t\u00e4tig. In dieser Zeit kam er im Rahmen seiner Erforschung des Giebelschmucks der alten friesischen Bauernh\u00f6fe erstmals mit dem f\u00fcr seine sp\u00e4teren Forschungen wichtigen vier-, sechs- oder achtspeichigen Rad als \u201eRad der Zeit\u201c oder \u201eWeltrad\u201c in Ber\u00fchrung  und lernte die schon damals umstrittene Ura-Linda-Chronik kennen. <\/p>\n<p><strong>Ann\u00e4herung an den Nationalsozialismus<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1924 lie\u00df sich Wirth in Marburg nieder und errichtete das Haus Eresburg als Studienort. Hier fand er von 1924 bis 1926 eine Anstellung als au\u00dferplanm\u00e4\u00dfiger Assistent am Germanistischen Seminar.<br \/>\n1925 trat er  der NSDAP bei, doch bereits 1926 folgte sein Parteiaustritt, dessen Begr\u00fcndung umstritten ist. Wirth selbst f\u00fchrte an, durch diesen Schritt der Bewegung von gr\u00f6\u00dferem Nutzen gewesen zu sein, da er dem Nationalsozialismus entgegenkommende Thesen ohne Vorwurf der Parteilichkeit propagieren h\u00e4tte k\u00f6nnen. Andere Stimmen behaupteten demgegen\u00fcber, Wirth h\u00e4tte zu dieser Zeit j\u00fcdische Gelder angenommen und werten dies als Beweis f\u00fcr seinen vorgeblichen Opportunismus. Wie sich der Austritt auch immer erkl\u00e4ren l\u00e4\u00dft, sticht hier bereits Wirths eigenwilliger Charakter hervor, bei aller unumstrittenen geistigen  N\u00e4he zur NS-Bewegung auch unpopul\u00e4re Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, wenn er von deren Richtigkeit \u00fcberzeugt war.<br \/>\nBereits seit 1921 m\u00fcndete Wirths Interesse an den Grundlagen der germanischen Kultur in volkskundlichen und fr\u00fchgeschichtlichen Forschungen, in deren Mittelpunkt die Sinnbild- und Kultsymbolik stand.<br \/>\nMit seinem 1928 bei seinem langj\u00e4hrigen F\u00f6rderer Eugen Diederichs in Jena ver\u00f6ffentlichten Werk \u201eDer Aufgang der Menschheit\u201c begeisterte er weite Kreise der v\u00f6lkischen Anh\u00e4nger  und inspirierte auch f\u00fchrende NS-Protagonisten. Durch die Deutung des Hakenkreuzes als \u201earteigenem Heilszeichen\u201d bereitete er auch \u2013 gemeinsam mit anderen Forschern \u2013 dem sp\u00e4teren Symbol des Dritten Reiches ein theoretisches Fundament. Zugleich avancierte der Forscher zu einem von den Medien gelobten Autor. Ein Forscherkollege beschreibt Wirth in dieser Zeit wie folgt: \u201eWirth macht auf den ersten Blick einen sympathischen, aber unbedeutenden, vielleicht etwas \u00fcberspannten Eindruck. Er ist kleinw\u00fcchsig, aber im \u00dcbrigen der Typ eines Vollblutgermanen. Die Kleidung ist gepflegt, doch originell: Kniebundhosen, gr\u00fcne Jacke mit schwarzem Samtkragen, buschiger Schnurrbart im Nitzscheanischen Stil sowie ein Urwald goldener Locken, die gern ins Gesicht fallen. Seine Sprache ist elegant und flie\u00dfend, und ein Ausl\u00e4nder merkt kaum, da\u00df er geb\u00fcrtiger Holl\u00e4nder ist.\u201c<br \/>\nIm gleichen Jahr erfolgte die Gr\u00fcndung der Herman-Wirth-Gesellschaft\u201c welche den grundlegenden Thesen Wirths eine weitere Verbreitung verschaffen sollte  &#8211; die Abstammung noch heute weltweit anzutreffender Sinnbildsymbolik von einer jungpal\u00e4olithischen Kultur, die bereits einen auf dem Sonnen-Jahreslauf basierenden (Ur-)Monotheismus und Lichtbringerglauben besessen h\u00e4tte und identisch mit der atlantisch-nordischen Rasse w\u00e4re, die ihren Ausgangspunkt aus einem subarktischen Ursitz (\u201eThule\u201c) genommen h\u00e4tte. Die weltweit verbreiteten Zeichen deutete Wirth als \u201evergeistigte Urbilder\u201c, die zugleich Urschrift, Urkultur und Ursymbolik verk\u00f6rperten. In Wirths Worten in einem Satz zusammengefa\u00dft, \u201eda\u00df die Religion der nordatlantischen Tuatha-V\u00f6lker, \u201ejener \u201eLeute\u201c oder \u201eDeutschen\u201c der fernen Vorzeit eine monotheistische war, ein Glaube an den Welten- und Himmelsgott.\u201c<br \/>\nAllerdings gab es schon fr\u00fch Gegenstimmen, auch aus den Reihen der v\u00f6lkischen Bewegung. Die Gattin des Weltkriegsmarschalls und NSDAP-Mitglieds Erich Ludendorff, Mathilde Ludendorff, kritisierte den Marburger Forscher in der \u201eDeutschen Wochenschau\u201c scharf. Herman Wirth wandte sich darauf in einem offenen Brief an Graf Ernst zu Reventlow (9.9.1929) und schrieb u. a., der Angriff der Nationalsozialisten gegen das Judentum sei eine Ablenkung von der eigentlichen Aufgabe der inneren Erneuerung des deutschen Volkes. \u201eDie ausschlie\u00dfliche Behandlung der j\u00fcdischen Frage in diesem Sinne der Schuldfrage\u201c, so Wirth damals, \u201ebirgt eine gro\u00dfe Gefahr f\u00fcr das nordische Erwachen in sich als Ablenken von der eigenen Verantwortlichkeit und Selbsterkenntnis.\u201c<br \/>\nAuch fachlich stie\u00df Wirth auf starken Gegenwind. Seine Bem\u00fchungen um eine akademische Habilitation scheiterten am Widerstand der wissenschaftlichen Zunft, deren Einstellung gegen\u00fcber dem Marburger Forscher die Bewertung des Pr\u00e4historikers Gero von Merhart widerspiegelt: \u201eNur das Empfinden, da\u00df der Verfasser des Buches [Der Aufgang der Menschheit] von einem fast heiligen Wahn befallen ist&#8230; und die Feststellung, da\u00df er mit ungew\u00f6hnlichem Eifer und Flei\u00df eine beachtliche Literaturmasse durchsucht hat, um seinen Wahn mit dem zu st\u00fctzen, was er f\u00fcr Wissenschaftlichkeit h\u00e4lt, halten mich ab, auf meine sonstigen Gef\u00fchle beim Durchlesen eines Gro\u00dfteils dieses Buches mit einer meinem Temperament gem\u00e4\u00dfen Grobheit zu reagieren.\u201c<br \/>\n1929 hielt Wirth einen Vortrag in M\u00fcnchen, bei dem auch Hitler mit einigen Parteifreunden, darunter Alfred Rosenberg, sowie das Verlegerehepaar Bruckmann anwesend waren. Im Anschlu\u00df an den Vortrag soll laut einem Weggef\u00e4hrten Wirths Hitler Frau Bruckmann das Buch \u201eDer Aufgang der Menschheit\u201c mit folgender Widmung \u00fcbergeben haben: \u201eWirth ist f\u00fcr mich der lebendigste Wissenschaftler. Ich warte nur darauf, da\u00df dieser Mann zum Volke spricht. Nach der Macht\u00fcbernahme werde ich sein und Klages\u2018 Werk durch Lehrstuhl und Institut sicherstellen.\u201c<br \/>\n1932 f\u00fchrte Wirths N\u00e4he zur NSDAP, die sich auch in einem Wahlaufruf Wirths zugunsten der Partei 1932 im \u201eV\u00f6lkischen Beobachter\u201c widerspiegelte, zur Gr\u00fcndung des \u201eForschungsinstitutes f\u00fcr Geistesurgeschichte\u201c in Bad Doberan auf Betreiben der nationalsozialistischen Landesregierung von Mecklenburg-Schwerin. Hier scharte der Forscher einen Kreis von Unterst\u00fctzern um sich, die sp\u00e4ter auch im \u201eDeutschen Ahnenerbe\u201c wirkten, darunter Otto Huth, Werner M\u00fcller,  Joseph Otto Plassmann und den sp\u00e4teren Ahnenerbe-Sekret\u00e4r Wolfram Sievers. Eine von der mecklenburgischen Regierung in Aussicht gestellte Habilitation als Professor f\u00fcr Vorgeschichte an der Universit\u00e4t Rostock scheiterte jedoch erneut am Widerstand einiger Fachgelehrter.<br \/>\nBereits einige Jahre zuvor hatte Wirth den Gedanken gefa\u00dft, eine Freilichtschau und Sammlung f\u00fcr Geistesurgeschichte und Volkstumskunde zu errichten, die unter dem Namen \u201eDeutsches Ahnenerbe\u201c eine Art \u201edeutscher Ahnenhein\u201c darstellen sollte. Trotz langj\u00e4hriger Bem\u00fchungen und mehrerer Anl\u00e4ufe \u2013 u. a. im Kunersdorfer Forst bei Potsdam 1933 \u2013 sollte diese Idee ein Wunschtraum bleiben. Stattdessen er\u00f6ffnete Wirth im M\u00e4rz 1933 in der Potsdamer Stra\u00dfe in Berlin die auf einen Monat angesetzte Ausstellung \u201eDer Heilbringer &#8211; Von Thule bis Galil\u00e4a und von Galil\u00e4a bis Thule\u201c, in der das nordische \u201eUrchristentum\u201c thematisiert wurde, das das sp\u00e4tere Christentum inspiriert habe. Die Ausstellung umfa\u00dfte von Wirth als \u201eDenkm\u00e4ler des nordischen Kulturkreises und Geisteserbes\u201c erkannte Exponate und verdeutlichte, da\u00df die \u201eEdda zwar eine sch\u00f6ne Skaldendichtung war, aber nicht die germanische Religion darstellte.\u201c<br \/>\nAufgrund des gro\u00dfen Zuspruchs folgte im Juni 1933 auf Einladung des Kaffee-Fabrikanten Roselius eine Fortsetzung der Ausstellung im neuer\u00f6ffneten \u201eHaus-Atlantis\u201c in der Bremer Boettcherstra\u00dfe. Zugleich wurde dort die Vortragsveranstaltung des \u201eNordischen Things\u201c abgehalten, auf der auch Wirth einen Vortrag hielt, der zu Kontroversen f\u00fchrte.<br \/>\nDie Reaktionen auf die Pr\u00e4sentation von Wirths Forschungsergebnissen waren auch unter Anh\u00e4ngern des Nationalsozialismus zwiesp\u00e4ltig. Insbesondere Wirths Ansicht, da\u00df die Zukunft Deutschlands, Europas und im Grunde der ganzen Menschheit davon abh\u00e4ngt, ob der Mann der Frau ihre Stellung zur\u00fcck gibt, die er ihr einst genommen hatte, wurde \u00fcberwiegend abgelehnt. Denn, so Wirth, \u201esie stand einst nicht nur neben ihm, sondern sie war auch seine R\u00e4tin\u201c. Damit mu\u00dfte er zwangsl\u00e4ufig auch den Widerspruch Rosenbergs heraufbeschw\u00f6ren, der der Frau lediglich eine passive Rolle in der Geschichte zugestehen wollte.<\/p>\n<p><strong>Begegnung mit Heinrich Himmler<\/strong><\/p>\n<p>Inzwischen hatte Wirth zum 1. November 1933 eine Anstellung an der Universit\u00e4t Berlin in Form eines Extraordinats an der Theologischen Fakult\u00e4t erreicht, die ihm ein monatliches Gehalt von fast 800 RM sicherte.<br \/>\nMit Wirths Eintritt f\u00fcr einen \u201ewahren Quellenkern\u201c der Ura-Linda-Handschrift (ULH), die er 1933 mit einem Kommentar ver\u00f6ffentlichte, steigerte sich indes die Polarisierung um den umstrittenen Forscher weiter. Die Mehrzahl der akademischen Fr\u00fchgeschichtsforscher wandte sich gegen Wirth, nur wenige anerkannte Fachleute nahmen ihn in Schutz &#8211; etwa der Pr\u00e4historiker Gustav Schwantes, der von einem \u201eFunken echten Geniums\u201c Wirths sprach. Hauptkritikpunkt der Kritiker Wirths waren dabei vor allem Passagen innerhalb der Chronik, die sich nicht mit dem herrschenden Fr\u00fchgeschichtsbild nationalsozialistischer Fr\u00fchgeschichtsforscher deckten sowie die vielen neuheidnischen ausgerichteten Forschern aufsto\u00dfende N\u00e4he zum Christentum, zugleich aber auch Wirths aus der ULH abgeleitete \u00dcberzeugung von der gro\u00dfen Bedeutung des Weiblichen in der nordischen Fr\u00fchzeit, die sich in einer matriarchal gepr\u00e4gten Gesetzgebung und Rechtsprechung manifestiert h\u00e4tte.<br \/>\nTrotz dieser den Pl\u00e4nen Himmers zur Errichtung eines SS-M\u00e4nnerordens auf den ersten Blick entgegenstehenden Ans\u00e4tzen Wirths, war der SS-Reichsf\u00fchrer nach Bekanntschaft des Marburger Forschers durch Vermittlung Johannes von Leers den Forschungen Wirths gegen\u00fcber empf\u00e4nglich. Obgleich aufgrund der innerhalb der NSDAP ausgebrochenen Kontroversen um Wirth das Forschungsinstitut f\u00fcr Geistesurgeschichte in Bad Doberan nach Streichung der Gelder 1933 wieder geschlossen werden mu\u00dfte, unterst\u00fctzte Himmler gemeinsam mit Richard Walther Darr\u00e9 die Einrichtung neuer Ausstellungen. Im Mai 1935 wurde die Ausstellung  \u201eDer Lebensbaum im Germanischen Brauchtum\u201c im Geb\u00e4ude des Reichsn\u00e4hrstandes eingerichtet.  <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/parzifal-versand.de\/product_info.php?products_id=211\">Aus Herman Wirth: Leben &#8211; Werk &#8211; Wirkung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 6. Mai 2025 j\u00e4hrte sich zum 140. mal der Geburtstag eines bedeutenden Fr\u00fchgeschichte- und Symbolforschers: Herman Wirth. Jugend und Ausbildung Am 6. 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